Pfandbrief-Fonds besticht durch niedrige Kosten
Unternehmensanleihen bringen Anlegern Verluste

Pfandbriefe haben in Deutschland eine lange Tradition. In den vergangenen Jahren ging der Anteil dieser durch Hypotheken und Kommunaldarlehen gedeckten Schuldverschreibungen am deutschen Rentenmarkt allerdings zurück und schrumpfte seit dem Spitzenjahr 2000 von 44 auf derzeit 30 Prozent, was einem Volumen von 975 Mill. Euro entspricht.

HAMBURG. Trotzdem halten Kapitalmarktexperten Pfandbriefe weiter für reizvoll. "Mit einem Zinsaufschlag von 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten sind sie eine interessante Alternative zu Bundesanleihen", urteilt etwa Thomas Portig. Insbesondere die besonders liquiden Jumbo-Pfandbriefe sieht der Leiter der Fondsanalyse bei H.C.M. Capital Management in München als gute Wahl.

Mit dem eb rexx Jumbo Pfandbriefe hat die Investmentgesellschaft Indexchange seit 2004 einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) im Angebot, der genau dieses Anlagesegment abdeckt. Dessen Portfolio enthält die 25 größten deutschen Jumbo-Papiere mit einem ausstehenden Volumen von mindestens zwei Mrd. Euro, deren Restlaufzeit von 1,5 bis 10,5 Jahren reicht.

Den Vergleich mit weniger spezialisierten Produkten braucht der eb rexx Jumbo Pfandbriefe nicht zu scheuen. So weist die Analysegesellschaft Feri in ihrer jüngsten Zwölf-Monats-Auswertung von 69 Euro-Rentenfonds mit Schwerpunkt Unternehmensanleihen für diesen ETF ein Minus von 0,56 Prozent aus. Damit belegt er Rang sechs (Tabelle).

"Beim Kauf zahlen Anleger lediglich die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs sowie jährliche Verwaltungskosten von nur 0,09 Prozent", nennt Fondsanalyst Portig einen der Gründe für das gute Abschneiden. Vor diesem Hintergrund hält er den ETF für ein "sinnvolles Basis-Investment".

Anlegern, die gezielt auf Unternehmensanleihen setzen wollen, rät Portig hingegen zum BWI Rentamax der Stuttgarter BW-Invest. "Dessen Manager versteht es, auch in schwierigen Marktlagen einen deutlichen Mehrwert für seine Anleger zu erwirtschaften", urteilt er. Das bestätigt ein Blick auf die aktuelle Feri-Auswertung: Zum Stichtag 31. Juli liegt der aktuelle Spitzenreiter, der grundsätzlich nicht in Pfandbriefe investiert, als einziger seiner Vergleichsgruppe im Plus. "Unter anderem hat sich ein günstiges Timing bei den nachrangigen Anleihen ausgezahlt, ebenso die defensive Positionierung und die Beimischung variabel verzinster Papiere", erläutert BW-Invest-Manager Dietmar Zantke.

Im Juli blieb sein Fonds allerdings mit einem Zuwachs von nur 0,67 Prozent etwas hinter der Konkurrenz zurück. "Die Ausrichtung auf geringe Kreditrisiken und kürzere Laufzeiten hat sich im Zuge der allgemeinen Markterholung als nachteilig erwiesen", räumt Zantke ein.

Autorin: Claudia Lindenberg, Der Fonds

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