Pimco-Chef El-Erian
„Wer Aktien kaufen will, sollte abwarten“

Pimco ist seit Jahren eine der erfolgreichsten Fondsgesellschaften und größte Investor im Anleihegeschäft. Im Interview mit dem Handelsblatt sprach Pimco-Chef Mohamed El-Erian über die Auswirkungen der Finanzkrise und die Folgen der Rettungsmaßnahmen von Politik und Notenbanken auf die Märkte.
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Handelsblatt: Herr El-Erian, die Verunsicherung der Anleger ist riesig. Wo stehen Märkte und Weltwirtschaft nach über zwei Jahren Finanzkrise?

Mohamed El-Erian: Das Gröbste scheint überstanden zu sein. Aber wir befinden uns auf einer holprigen Reise in eine neue Normalität. Die mit billigem Zentralbankgeld gefütterten Märkte sehen die Zukunft schon wieder viel zu rosig.

Wir erleben also eine neue Blase und es droht ein Crash?

So weit würde ich nicht gehen. Aber eine Korrektur von 15 bis 20 Prozent der Aktienmärkte würde mich nicht überraschen. Wer Aktien kaufen will, wäre gut beraten, abzuwarten.

Was ist passiert?

Die Notenbanken mussten im Kampf gegen die Krise zu sehr starken Instrumenten greifen. Um eine Depression abzuwehren, fluteten sie das System mit billigem Geld - direkt und über niedrige Zinsen. Viele Anleger haben sich in Dollar verschuldet und dafür weltweit riskante Wertpapiere gekauft. Diese so genannten Carry-Trades führten zu einer Höherbewertung vieler Güter und Wertpapiere. Das half der US-Konjunktur und dem Finanzsystem. Es ist eine politische Wette darauf, dass sich die USA quasi am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen.

Das heißt, die Fed nötigt Anleger geradezu zu investieren?

Sagen wir so, Barmittel zu halten, ist schmerzhaft unprofitabel. Die Fed benimmt sich wie jemand, der aus Staatsräson eine Ehe arrangiert. Sie sorgt mit sanftem Druck dafür, dass die Hochzeit tatsächlich stattfindet. Damit stabilisiert sie die Märkte und erweckt zugleich neue Gier. Ob die Beziehung dann langfristig glücklich wird, ist eine andere Frage.

Was ist ihre Prognose?

Wenn es der Fed gelingt, den Immobilienmarkt zu stabilisieren, kann das gut gehen. Dann können die USA auch die Verschuldung für die Rettungsaktion finanzieren. Wir rechnen damit, dass die Wette nicht ganz aufgeht, aber auch nicht völlig scheitert.

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Kommentare zu " Pimco-Chef El-Erian: „Wer Aktien kaufen will, sollte abwarten“"

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  • Struckturentwicklung.

    Diese Triebwerke sind neben den geschrumpften USA auch
    indien, China und Europa. Eine multipolare, etwas weniger stark wachsende, aber dauerhaft wohl stabilere Welt. Aber bis sich diese neue Normalität gefunden hat, wird es Jahre dauern.

    Der Mann hat gar nicht unrecht.

    Die ganze Welt muss sich neue Abdaten.Das heißt was jetzt momentan geschieht ist die Tatsache das sich die ganze Welt neu Strukturieren muss und sollte. Wen der Fall nicht sein sollte dann werden wir eine Depression nicht daran vorbeiziehen.

    Daran können Juden auch nicht ausrichten, dergleiche auch andere bevölkerungsgruppen wie z.b.Deutsche.

    Mfg

  • Guten Tag,......Der gute Mann heisst Mohammed mit Vornamen ist aus Aegypten und hat mal fuer Juden gearbeiten. Der weiss wie der Hase laeuft. Auch gibt es in der Shia das Recht der " Taeuschung " . So jetzt denken Sie mal nach was ich sagen will. besten Dank.

  • So etwas erbärmliches habe ich seit langem nicht gelesen. Wer sich seine Depots ansieht erkennt schnell, daß seine Aktiendepots seit April/Mai sicherlich 100% (oder erheblich mehr) zugelegt haben.
    Die Fonds hingegen stagnieren, oder hängen nach dramatischen Abstürzen bei 30-40% im günstigsten Fall fest. Ausnahmen wie DJE bleiben leider selten.
    Und ausgerechnet solch ein "Experte" rät von Aktienkäufen ab?
    ich glaube, jeder der Aktien hat, weiß, daß ersich in solchen Zeiten wie jetzt täglich um sein Portfilio kümmern muß - und tut das auch. im Gegensatz zu den Fondmanagern.
    Nur bei den Gebühren, da haben die alles im Griff.

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