Planspiel Börse
Wie „Nemo“ Aktien findet

Junge Menschen mit dem Börsengeschehen vertraut machen: So lautet der Bildungsauftrag des deutschen Sparkassen- und Giorverbandes, der in Kooperation mit Schulen das 25. Planspiel Börse veranstaltet. Deutschlandweit rechnen die Sparkassen mit 45 000 so genannten Spieldepots - im Mittelpunkt steht der pädagogische Ansatz.

MANNHEIM. "VW sind ein klarer Kauf, die setzen auf umweltfreundliche Autos und haben dafür Auszeichnungen erhalten." Mit dunkler Stimme trägt Dennis aus seinem grünen Schnellhefter schnell und routiniert seine Hausaufgabe vor. "Deutsche Autos sind auch im Ausland gefragt, negativ für die Aktie könnte der hohe Benzinpreis sein", ergänzt der Spielführer der Gruppe "We own you!!!" mit dem dunklen Lockenkopf. "Wir haben die selbst im Depot." Die Lehrerin und die anderen Schüler klatschen.

Es ist Donnerstag, die fünfte Stunde im weiß gestrichenen Computerraum mit weißen Tischen, weißer Tafel und hellgrauem Linoleumboden ist noch jung. Während ihre Klassenkameraden Spanisch pauken, haben neun Schüler der elften Klasse des Johann-Sebastian-Bach-Gymnasiums in Mannheim bei ihrer Lehrerin Birgit Haak Naturwissenschaft und Technik mit informationstechnischem Schwerpunkt - kurz NIS. Ihr Thema: Aktien und Börse.

In drei Gruppen zu jeweils drei Teilnehmern - neben "We own you!!!" haben sie sich die Namen "Die Pfögel" und "Nemo" gegeben - nehmen die Schüler der 32-jährigen Lehrerin mit den freundlichen hellen Augen hinter der randlosen Brille am Planspiel Börse der Sparkassen in diesem Jahr teil. Am Bach-Gymnasium haben sich insgesamt sieben Spielgruppen angemeldet. In Mannheim sind es bislang 200; deutschlandweit rechnen die Sparkassen für 2007 mit mehr als 45 000 Spieldepots. Die Zusammenarbeit mit den Schulen und in Teams ist ausdrücklich erwünscht. Die Sparkassen stellen den betreuenden Lehrern unterrichtsbegleitendes Material zur Verfügung. "Schließlich steht der pädagogische Ansatz im Vordergrund", sagt auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan, Schirmherrin des 25. Planspiels Börse.

Das Ziel des Wettbewerbs: junge Menschen mit dem Börsengeschehen vertraut zu machen. Darin sehen die Sparkassen als regional verankerte, öffentlich-rechtliche Institute ihren Bildungsauftrag. "Ein solides Basiswissen in der Finanzbildung ist unverzichtbar, insbesondere wenn es um die finanzielle Zukunftsvorsorge geht", betont Werner Netzel, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes in Berlin. Das Börsentraining ist Teil ihres gesellschaftlichen Engagements, das sich die Sparkassen im vergangenen Jahr 415 Mill. Euro haben kosten lassen. Die Rechnung geht auf: "Das Thema Börse behandele ich seit drei Jahren zeitgleich zum Planspiel, mit einer Unterrichtsstunde pro Woche. Wenn sie selbst mitmachen, motiviert das die Schüler unheimlich", sagt Mathe- und Physiklehrerin Haak.

Je weiter die fünfte Stunde im Computerraum voranschreitet, desto mehr erinnert die Atmosphäre an die eines Handelsraums in einer Bank: Die Schüler sitzen leger vor ihren Flachbildschirmen und beobachten auf den Seiten von Onvista oder der Deutschen Börse die Kursverläufe ihrer Favoriten - oder der Aktien, die es noch werden könnten. Das Stimmengewirr schwillt an, wenn die Jugendlichen sich Einschätzungen zu verschiedenen Aktien zurufen. Sie beraten sich im Unterricht, gekauft oder verkauft wird vom Rechner zu Hause. Denn da ist der Internetzzugang meist schneller.

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