Politiker sorgen sich um Regulierung
US-Aufsicht legt Latte für Hedge-Fonds höher

Die US-Wertpapieraufsicht SEC will das Vermögen, über das Hedge-Fonds-Investoren mindestens verfügen müssen, auf 2,5 Mill. Dollar anheben. Das kündigte SEC-Chairman Christopher Cox an. Zurzeit muss ein Anleger über ein Nettovermögen von einer Million Dollar verfügen, wenn er in die wenig regulierten Hedge-Fonds investieren will.

HB NEW YORK. Die SEC reagiert mit ihrem Vorschlag auf das Scheitern ihres Plans, Hedge-Fonds einer schärferen Aufsicht zu unterwerfen. Bei der Berechnung des Nettovermögens – also des Vermögens abzüglich der Schulden eines Anlegers – solle Wohneigentum nicht berücksichtigt werden, sagte Cox. „Wir werden die Messlatte gegenüber dem Wert, den sie seit 1982 hat, anheben. Grob gesagt ist es eine Inflationsbereinigung“, erläuterte er sein Vorhaben.

Politiker machen sich immer mehr Sorgen, dass die geringe Regulierung der 1,3 Billionen Dollar schweren Hedge-Fonds-Branche Gefahren für weniger erfahrene Investoren mit sich bringt. Im Juni hatte jedoch ein US-Berufungsgericht SEC-Vorschriften kassiert, die Hedge-Fonds unangekündigten Prüfungen unterworfen hätten. Im September schreckte dann die Pleite des Hedgefonds Amaranth Advisors die Anleger auf. Amaranth hatte 6,6 Mrd. Dollar mit fehlgeschlagenen Wetten auf den Gaspreis verloren.

Die SEC wolle außerdem eine neue Vorschrift vorschlagen, die Betrug bei Hedge-Fonds verhindern soll, erklärte Cox. Dabei wolle sie sich innerhalb der Grenzen bewegen, die das Berufungsgericht festgelegt habe. Hedge-Fonds sind inzwischen auch ein politisches Thema geworden. Dabei hatte Deutschland vor kurzem aus den USA und Großbritannien grundsätzliche Unterstützung für den Vorstoß zu einer stärkeren Regulierung bekommen. In der Praxis klaffen die Vorstellungen aber noch weit auseinander. Insbesondere ist Großbritannien sehr zurückhaltend bei diesem Thema. London beherbergt zahlreiche Hedge-Fonds, die eine große Bedeutung für den Finanzplatz haben. Die Briten wollen sie nicht durch zu enge Vorschriften verschrecken. Zum Teil, etwa bei der Europäischen Zentralbank, gibt es auch die Auffassung, es sollten ehe die Banken, die Hedge-Fonds finanzieren, stärker beaufsichtigt werden – statt die Fonds direkt anzugehen.

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