Portfolie
Immobilienfonds melden sinkende Abflüsse

Die Lage bei den Immobilienfonds scheint sich im Februar entspannt zu haben. Auf Nachfrage des Handelsblatts berichten die großen Gesellschaften bei den betroffenen Produkten über deutlich sinkende Mittelabflüsse. Für den Januar meldete der Investmentverband BVI am Freitag allerdings Netto-Rückgaben in Höhe von fast 4,2 Mrd. Euro für die gesamte Branche, was die hohen Dezemberabflüsse in Höhe von 3,1 Mrd. Euro noch übersteigt.

HB FRANKFURT. Hintergrund der Krise sind nötige Abwertungen in manchen Portfolios in Verbindung mit Liquiditätsengpässen einiger Fonds nach Abzug von Kundengeldern – häufig Mittel institutioneller Investoren. Mitte Dezember schloss DB Real Estate ihren Grundbesitz-Invest, Mitte Januar setzte KanAm die Anteilsscheinrückgabe zweier Fonds aus.

Im Januar liegt der CS Euroreal von Credit Suisse Asset Management mit minus 787 Mill. Euro an der Spitze – im Dezember war für ihn nur ein Minus von 284 Mill. Euro gemeldet worden. Dirk Meiwirth von Credit Suisse registrierte Verunsicherung durch die Branchenereignisse. Im Februar seien die Rückflüsse allerdings auf durchschnittlich einstellige Millionenbeträge pro Tag gesunken.

Nach dem CS-Produkt folgt der KanAm Grundinvest Fonds, bei dem in der ersten Januarhälfte noch Rückgaben von 625 Mill. Euro anfielen. Auf dem dritten Rang liegt der SEB Immoinvest mit einem Minus von 514 Mill. Euro.

Auch die SEB-Vertreterin Brigitte Schroll argumentiert mit Auswirkungen der KanAm-Ereignisse, da die Rückgaben in der Woche nach der Bekanntgabe der Aussetzung der Anteilsscheinrückgabe sehr hoch gewesen seien. Aber auch hier sind die Abflüsse laut Schroll im Februar markant gesunken. Über ähnliche Tendenzen im Februar berichten III-Investments, CGI, Deka für den Deka-Immobilien Europa und DB Real Estate für ihren international orientierten Grundbesitz-Global.

DB Real Estate bereitet sich derzeit auf die Öffnung des noch geschlossenen Grundbesitz-Invest vor. Laut ihres Sprechers Tim-Oliver Ambrosius dürften die Ergebnisse der Immobilien-Neubewertung Ende Februar vorliegen. Dann sei mit der Öffnung zu rechnen. Details dazu werde es in den kommenden Tagen geben.

Immobilienfondsanalyst Stefan Loipfinger sieht in der KanAm-Aktion die Gründe für die weiter hohen Rückflüsse in der Branche im Januar. Seiner Ansicht nach sind die Probleme trotz beruhigender Nachrichten von den Gesellschaften für Februar noch nicht gelöst. Härtetests werden seiner Meinung nach die Reaktionen der Anleger auf die Öffnung des Fonds von DB Real Estate bzw. der KanAm-Portfolios im April sein. ina

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