Portfoliolenker ändern die Strategie
Dachfondsmanager sehen in Europa und Asien die größten Chancen

Ab heute will Bernd Greisinger seinen Frieden mit den Investmentgesellschaften machen. Bisher hat sich der Dachfondsberater mit seiner Strategie, schnell in Zielfonds einzusteigen und sie im Handumdrehen auch wieder zu veräußern, immer wieder den Unmut vieler Anbieter zugezogen.

HB/Dow Jones FRANKFURT/M. Der Grund für die Verstimmung: Institutionelle Anleger, die in schneller Folge und in beträchtlichem Umfang Anteile erwerben und wieder verkaufen, erhöhen die Transaktionskosten der Fonds, was letztlich zu Lasten langfristiger Investoren geht.

Für die Anleger in Greisingers Dachfonds hat sich dieser Ansatz allerdings ausgezahlt. Auf Basis der Analyse von Charts bestückt Greisinger seine Portfolios prozyklisch. Entwickelt sich ein Markt also überdurchschnittlich, hängt er sich mit Wucht an den Trend. Lässt der Schwung nach, ist er genauso schnell wieder ausgestiegen. Mit dieser Strategie hat sein BG Umbrella Fund: BG Global Challenge ein Plus von gut 29 Prozent erzielt und rangiert damit unter 114 ausgewerteten flexiblen Dachfonds an erster Stelle. Auch die Plätze zwei und drei gehen an von Greisinger beratene Produkte.

Angesichts der ständigen Käufe und Verkäufe ist das Portfolio des BG Umbrella Fund nur schwer zu beschreiben. Doch damit soll nun Schluss sein. Zum 15. August hat ihm die BaFin die Umwandlung seiner Produkte in so genannte Teil-I-Dachfonds genehmigt. Diese „Superfonds“ können auch in Derivate investieren und ihre Mittel direkt in Aktien anlegen. „Damit wird unser Ansatz nervenschonender für die Fondsgesellschaften. Denn wir können nunmehr Positionen über Futures absichern und sind nicht mehr gezwungen, sie physisch zu veräußern“, sagt Greisinger.

Gleichzeitig stelle der bekennende Market-Timer, der bisher seine Dachfonds 15 bis 20 mal pro Jahr komplett gedreht hat, aber auch sein ursprüngliches Anlagekonzept auf den Kopf, gibt Gerd Bennewirtz, unabhängiger Fondsvermögensverwalter aus Korschenbroich zu Bedenken. Gegen eventuell sinkende Preise seiner Zielfonds wolle der Dachfondsberater Puts auf den Vergleichsindex des jeweiligen Fonds einsetzen. „Die Nachteile dieser Absicherungsstrategie sind recht hohe Optionsprämien und das Risiko, dass sich der Index anders als erwartet verhält“, sagt Bennewirtz. Privatanleger sollten sich daher fragen, ob sie bei diesem „Freilandversuch die Versuchskaninchen sein wollen“.

Markus Kaiser, Fondsmanager des A2A Wachstum hat in den vergangenen Monaten sein US-Engagement zugunsten der Asien-Position verringert. Aktuell entfallen rund 17 Prozent des Aktienanteils auf Europa, elf Prozent auf Südostasien inklusive Japan sowie jeweils zehn Prozent auf die übrigen Schwellenländer und die USA.

Neben langfristigen Investments richtet er seine Anlageentscheidungen – ähnlich wie Greisinger – an den Trendphasen der jeweiligen Märkte aus. „Kommt das entsprechende Signal aus einem Segment, bediene ich mich einer Auswahl von Fonds, die auf Abruf bereitsteht“, sagt er.

Nach Ansicht von Fondsvermögensverwalter Bennewirtz betont Kaiser mit seiner momentanen Aufstellung vor dem Hintergrund der Seitwärtsbewegung an den Aktienmärkten eher den Sicherheitsaspekt. Diese Positionierung sei einem flexiblen Dachfonds angemessen und habe dem A2A Wachstum seit der Auflage eine respektable Durchschnittsrendite von jährlich 7,6 Prozent beschert.

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