Portfolios umgeschichtet
Fondsprofis sehen Potenzial für mittlere Laufzeiten

Die Aktienfondsmanager der französischen Investmentgesellschaft Carmignac Gestion sind dafür bekannt, sich nicht nur von der breiten Marktmeinung leiten zu lassen, sondern auch abseits des Mainstreams zu investieren. Auch die Rentenabteilung der Gesellschaft pflegt diesen Investmentstil. Mit Erfolg, wie der jüngste Zwölf-Monats-Vergleich von Feri Rating & Research zeigt.

HAMBURG. So erwirtschaftete Frédéric Leroux mit dem Carmignac Sécurité trotz des im Frühjahr sehr schwierigen Marktumfelds einen Wertzuwachs von 1,42 Prozent (siehe Tabelle). Damit liegt der Fonds weit über dem Sektordurchschnitt von minus 0,59 Prozent und belegt derzeit Platz fünf von 241 bei Feri gelisteten Euro-Rentenfonds.

Zu den Favoriten des Carmignac-Managers gehören aktuell vor allem Papiere mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr und Anleihen mit variablem Zinssatz (Floater), die er zusammen mit 56 Prozent gewichtet hat. „Anders als viele Marktteilnehmer haben wir seit August jedoch wieder begonnen, Positionen mit einer Laufzeit von mehr als sechs Jahren aufzubauen“, erläutert Leroux, der mittlerweile 22 Prozent des Portfolios in diesen Anleihen hält und derzeit auf einen günstigen Einstiegszeitpunkt für weitere Engagements in diesem Laufzeitenbereich wartet.

Auf deutlich längere Laufzeiten setzte jahrelang Bernd Früh, der an dieser Strategie entgegen dem Markttrend bis ins Frühjahr hinein festhielt. Diese bis dahin sehr erfolgreiche Strategie erwies sich im Nachhinein jedoch als fatal, von den daraufhin einsetzenden Kurseinbrüchen am Rentenmarkt hat sich der von Früh bis Ende Juli gemanagte BW-Renta-Universal-Fonds noch nicht wieder erholt: Nachdem er noch zum Stichtag 31. März zu den Top Ten seiner Vergleichsgruppe gehörte, ist der von der LBBW Asset Management betreute Fonds aktuell mit einem Minus von 3,22 im Feri-Ranking auf den vorletzten Platz abgerutscht. Obwohl die Taktik von Früh, antizyklisch zu investieren, zuletzt nicht aufgegangen ist, will sich auch sein Nachfolger Dietmar Zantke nicht von der Marktmeinung leiten lassen. So präferiert er seit der Übernahme des Fonds im August derzeit vor allem mittlere Laufzeiten. „Wir erwarten entgegen der Marktmeinung keine inverse europäische Zinskurve, sondern einen steileren Verlauf, da wir die Aussichten für die US-Konjunktur weniger pessimistisch einschätzen“, begründet Zantke die hohe Gewichtung von Anleihen mit vier bis sieben Jahren Laufzeit. Die Gewichtung von Langläufern hat er hingegen heruntergefahren: „Wir schätzen das Zinsumfeld für Rentenpapiere negativer ein als der Markt und können daher weitere Kurskorrekturen in nächster Zeit nicht auszuschließen“, so Zantke.

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