Positive Trends
Dachfonds-Manager sehen Kaufgelegenheiten

Aktienfonds mit einem positiven Trend zu identifizieren, darin besteht die in diesen Wochen nicht einfache Aufgabe von Leo Willert. "In den Monaten bis Ende April waren das vor allem Fonds für Schwellenländer, Rohstoffaktien und europäische Nebenwerte", erklärt er.

HAMBURG. Leo Willert, Gründer der österreichischen Arts Asset Management, betreut für die Wiener Investmentgesellschaft C-Quadrat den Dachfonds C-Quadrat Arts Best Momentum, der auf Sicht der vergangenen zwölf Monate 129 vergleichbare Fonds hinter sich gelassen hat (siehe Tabelle). Die Auswahl überträgt Willert dabei einem Computerprogramm, das einmal pro Woche - jeweils donnerstags - Kaufkandidaten mit dem höchsten Aufwärtspotenzial nennt.

"In den Monaten bis Ende April waren das vor allem Fonds für Schwellenländer, Rohstoffaktien und europäische Nebenwerte", erklärt Willert. Seither wechseln die Favoriten fast im Wochentakt: Weil zum Beispiel den extremen Verlusten an der Istanbuler Börse eine kräftige Gegenbewegung folgte, machten türkische und osteuropäische Aktien zwischenzeitlich mehr als die Hälfte des Fondsvermögens aus. Mittlerweile stehen vor allem auf eher defensive Pharmatitel und Aktien mit hoher Dividendenrendite spezialisierte Fonds im Vordergrund. "Eine fundamentale Begründung für diese Auswahl gibt es nicht, lediglich eine technische", betont Willert. Dass das Prinzip funktioniere, zeige nicht nur das Zwölf-Monats-, sondern auch das ebenfalls über dem Durchschnitt der Vergleichsgruppe liegende Drei-Jahres-Ergebnis.

Einen grundlegend anderen Ansatz fährt Eckhard Sauren. Der Manager des auf Rang acht liegenden Sauren Global Opportunities folgt keinem technischen Modell, sondern allein seiner Maxime, dass der Erfolg eines Fonds wesentlich vom Können des Verwalters abhängt.

Da verwundert es nicht, dass Sauren auch in puncto Markteinschätzung den von ihm favorisierten Fondsmanagern vertraut. "Aus unseren Gesprächen der vergangenen Tage haben wir das Bild gewonnen, dass in vielen Regionen mittlerweile günstige Kaufgelegenheiten bestehen", sagt Sauren und nennt vor allem Schwellenländer wie Russland, Indien und die Türkei. Die Glaubwürdigkeit dieser Einschätzungen sieht er dadurch untermauert, dass sie oftmals von Managern stammten, die außer traditionellen Aktienfonds auch Hedge-Fonds verwalten. "Obwohl sie mit diesen Fonds auch von fallenden Kursen profitieren könnten, sind sie derzeit recht offensiv aufgestellt", sagt Sauren.

Seit Juli vergangenen Jahres dürfen Hedge-Fonds im Sauren Global Opportunities mit bis zu zehn Prozent vertreten sein - eine Quote, die der Kölner Dachfonds-Manager voll ausschöpft. Die überwiegend durch neue Zuflüsse entstandene Barreserve von zwischenzeitlich ebenfalls rund zehn Prozent hat er dagegen mittlerweile wieder fast vollständig zugunsten von Schwellenländer-Fonds abgebaut.

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