Potential bei mittelgroßen Firmen
Kleine Fonds liegen bei US-Nebenwerten ganz vorn

Größe allein macht noch keinen Marktführer – dies gilt auch für US-Nebenwertefonds. Gerade die Fonds mit relativ geringem Volumen haben sich die Spitzenplätze im Ranking erobert. Die Erfolgsstrategien sind dabei aber unterschiedlich.

HAMBURG. Unter den zehn erfolgreichsten US-Nebenwertefonds der vergangenen zwölf Monate sind diverse Schwergewichte, darunter der Pioneer Mid Cap Value mit einem Volumen von rund 2,1 Mrd. Euro und der rund 670 Mill. Euro schwere Schroder ISF US Small & Mid Cap Equities. Auf den beiden Spitzenplätzen der 60 Fonds umfassenden Vergleichsgruppe liegen dagegen zwei Leichtgewichte: So bringt der zweitplatzierte Parvest US Mid Cap 75 Mio. Euro auf die Waage, der Spitzenreiter UOB Kinetics Small Cap Fund der United Overseas Bank Group (UOB) verwaltet lediglich 24 Mio. Euro.

Mit 12,77 Prozent erzielte dieser Fonds als einziger einen zweistelligen Wertzuwachs und konnte den Vorsprung zur Konkurrenz weiter ausbauen (Tabelle). Fondsberater Peter Doyle von der US-Vermögensverwaltung Kinetics Asset Management führt das Spitzenergebnis unter anderem auf die gute Entwicklung von Finanztiteln zurück, von denen sich allein drei mit einer Gewichtung von insgesamt 16 Prozent unter den Top-Ten-Positionen befinden. „Richtig lagen wir auch mit der hohen Gewichtung von Versorgern wie Reliant Energy und Sierra Pacific“, sagt Doyle.

Andere Akzente setzt dagegen Thyra Zerhusen von der Chicagoer Vermögensverwaltung Optimum Advisors. Sie berät den Parvest US Mid Cap, der mit einem Plus von 8,34 Prozent Rang zwei belegt. Im Gegensatz zu Doyle bevorzugt sie aktuell vor allem zyklische Konsumwerte, Technologieaktien und Gesundheitswerte, die zusammen mehr als die Hälfte des Portfolios ausmachen. Unterschiede gibt es auch in punkto Marktkapitalisierung: Während Doyle sich auf Unternehmen mit einem Börsenwert von maximal drei Mrd. Dollar (Small Caps) konzentriert, deckt Zerhusen mit ihrem Fonds ein Spektrum zwischen zwei und zwölf Mrd. Dollar ab (Mid Caps). Für dieses Anlagesegment sieht die Fondsberaterin derzeit mehr Potenzial als für die Small Caps: „Letztere bieten zwar ein rund 15 Prozent höheres Wachstumspotenzial, allerdings ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) dieser Aktien auch um 30 Prozent höher.“ Im Vergleich zu den noch größeren Standardtiteln böten Mid Caps zudem ein um 60 Prozent höheres Gewinnpotenzial bei einem nur sechs Prozent höheren KGV. „Das macht diese Aktien für Übernahmeaktivitäten interessant“, sagt sie.

Die bislang gezeigten Leistungen von Zerhusen beurteilt Detlef Glow durchaus positiv. „Seit Auflegung des Fonds im Januar 2006 hat die Fondsberaterin ein gutes Gespür für chancenreiche Investments bewiesen“, sagt der Leiter des Fonds-Researchs beim Analysehaus Lipper. Das Können von Doyle schätzt Glow ähnlich ein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%