Prämiensystem
Nasdaq will finanzielle Anreize für ETFs

Die US-Börse Nasdaq plant ein Prämiensystem, das den ETF-Handel verbessern soll. Besonders schnelle und kostengünstige Market Maker sollen demnach mit mindestens 50.000 Dollar belohnt werden.
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FrankfurtDie US-Börse Nasdaq will den Handel börsennotierter Indexfonds (ETFs) mit finanziellen Anreizen für die Market Maker effizienter machen. In einem Schreiben an die US-Finanzaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) schlägt die Nasdaq ein Prämiensystem vor, das besonders schnelle und kostengünstige Market Maker belohnt. Das Geld, um diese Prämien zu finanzieren, soll von den ETF-Anbietern kommen.

Der Nasdaq zufolge soll das Prämiensystem vor allem bei ETFs auf eher illiquide Märkte dafür sorgen, dass die Spannen zwischen An- und Verkaufspreisen geringer werden. „Dieses freiwillige Programm wird Investoren, Anbietern und anderen Marktteilnehmern zugutekommen, indem es die Qualität des Marktes und Handels (...) signifikant erhöht“, schreibt die Börse in ihrem Antrag an die SEC.

Anbieter börsennotierter Indexfonds sollen dem Vorschlag der Nasdaq zufolge freiwillig entscheiden können, ob und falls ja mit welchen Fonds sie an dem Programm teilnehmen möchten. Für jeden ETF, mit dem sie sich an das Prämiensystem anschließen wollen, müssten sie 50.000 Dollar bei der Börse einzahlen. Zusätzlich können sie bis zu 50.000 Dollar als Zusatzprämie bereitstellen. Sonstige Kriterien müssen die Anbieter nicht erfüllen.

Auf der anderen Seite können sich interessierte Market Maker bei der Nasdaq darum bewerben, an dem Programm teilzunehmen. Die Börse prüft, ob die Handelshäuser dafür geeignet sind oder nicht, und kann Market Maker gegebenenfalls ablehnen.

Alle teilnehmenden Market Maker können Punkte sammeln, indem sie für die ETFs, mit welchen sich die Anbieter beteiligen, überdurchschnittlich enge Spreads stellen. Zudem müssen sie stets Mindeststückzahlen von Anteilen der entsprechenden Fonds anbieten.

Erfüllt nur ein Market Maker die Kriterien für einen ETF, bekommt er die gesamte Prämie - also mindestens 50.000 Dollar und höchstens 100.000 Dollar. Schaffen es mehrere Handelshäuser, müssen diese sich die Prämie teilen. Gelingt es keinem Market Maker, die Kriterien einzuhalten, zahlt die Börse das Geld an den ETF-Anbieter zurück.

Bislang sind finanzielle Anreize für Market Maker in den USA ebenso wie in Europa verboten. Die Handelshäuser verdienen stattdessen an den Spannen zwischen den An- und Verkaufskursen, die sie stellen. Die Nasdaq hatte bereits in der Vergangenheit beantragt, Prämiensysteme für Market Maker anbieten zu dürfen. Bislang hat sich die Börse damit jedoch nie durchgesetzt.

In ihrem aktuellen Antrag verweist sie nun darauf, dass ihr Konzept im US-Kongress Unterstützung finde. Dabei beruft sich die Börse auf eine Äußerung des Vorsitzenden des Ausschusses für Verwaltungsreformen und Aufsicht im Repräsentantenhaus, Patrick McHenry. Dieser habe kürzlich angemerkt, dass Vergütungsabkommen zwischen Market Makern und Anbietern von Wertpapieren dazu führen könnten, dass beispielsweise kleine Unternehmen eine höhere Liquidität ihrer Aktien sicherstellen können.

Sollte die US-Finanzaufsicht SEC den Vorschlag der Nasdaq genehmigen, will die Börse das Prämiensystem zunächst für eine einjährige Testphase umsetzen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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