Preisgekrönter Europa-Fonds von Belgrave enttäuscht die Anleger
DWS-Fonds sucht nach innovativen Unternehmen

13 Fonds für europäische Aktien hatte Deutschlands Marktführer DWS im vergangenen Herbst im Angebot; dann kam mit dem DWS Europa Innovation sogar noch ein 14. hinzu. "Dieser Fonds ist anders als alle anderen", sagt zumindest Susan Levermann.

HAMBURG. Die DWS-Managerin sucht "nach Unternehmen, die Standortnachteile gegenüber anderen Regionen durch Innovationskraft ausgleichen".

In den vergangenen zwölf Monaten erwies sich dieser Ansatz als recht erfolgreich; mit einem Zuwachs von rund 32 Prozent gelang dem DWS Europa Innovation in seiner Vergleichsgruppe auf Anhieb der Sprung unter die ersten Zehn (Tabelle). "Wir suchen nach Firmen, deren Innovationskraft messbar ist, zum Beispiel anhand der Forschungs- und Entwicklungsausgaben - oder deren Geschäftsidee einzigartig ist", beschreibt Levermann zwei der Auswahlkriterien.

Darüber hinaus müsse das Unternehmen mit seiner Strategie für den Aktionär bereits Geld verdient haben. Aus einer Auswahl von zunächst rund 400 Kandidaten bleiben bis zu 80 übrig, deren Kennzahlen die DWS-Managerin überzeugen. Zu den größten Positionen gehören derzeit Nokia, Porsche und die dänische Reederei Moeller-Maersk.

Die britische Fonds-Gesellschaft Belgrave hat derzeit nur einen Fonds für europäische Aktien auf dem Markt . Dafür lässt sie das Portfolio ihres Vitruvius European Equity von gleich drei unabhängig voneinander agierenden Vermögensverwaltern - Crispin Odey, Stuart Mitchell und Hugh Hendry - betreuen. Ein Zusammenspiel, das in der Vergangenheit sehr gut funktionierte: Seit der Auflage im Oktober 1999 erzielte der mehrfach preisgekrönte Fonds einen Zuwachs von mehr als 102 Prozent, während der Vergleichsindex MSCI Europe nur um rund 26 Prozent zulegte.

Seit einem Jahr entwickelt sich der Vitruvius European Equity allerdings deutlich schlechter als die Konkurrenz und belegt aktuell unter 321 Europa-Fonds den letzten Platz. "Der Rückstand geht vor allem auf den von Odey gemanagten Anteil zurück, der rund 50 Prozent beträgt", sagt Belgrave-Geschäftsführer Mattia Nocera. Der auch im Hedge-Fonds-Bereich aktive Manager sei zu vorsichtig ins neue Jahr gestartet und nach entsprechender Kurskorrektur vom Anfang Mai einsetzenden Abschwung schwer getroffen worden. Dennoch will Nocera an der Konzeption des Fonds bis auf weiteres nichts ändern.

"Die Kombination verschiedener Strategien hat sich beim Vitruvius European Equity in der Vergangenheit insbesondere in schwachen Märkten ausgezahlt", sagt Jens Herdack. Der Analyst der Berliner Weberbank empfiehlt den Fonds weiterhin.

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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