Privatanleger
Allianz-Fondschef setzt auf Europa

Im deutschen Fondsvertrieb überholt der Münchener Versicherer Allianz dieses Jahr erstmals die Deutsche-Bank-Tochter DWS, doch Konzernvorstand Joachim Faber hat bereits ein neues Ziel: Er möchte seine Fonds an Privatanleger in ganz Europa verkaufen.

NEW YORK. „Bislang haben wir uns nach unserer Gründung auf die Heimatmärkte Deutschland und USA konzentriert, aber ab 2006 drängen wir in neue Märkte. In Europa müssten wir eigentlich doppelt so groß sein wie Fidelity“, sagte Faber dem Handelsblatt. Fidelity ist die weltgrößte Fondsgesellschaft, die seit 1990 ihre Luxemburger Fondsfamilie in ganz Europa vertreibt.

Die Allianz-Anlagesparte Allianz Global Investors (AGI) hat ebenfalls in Luxemburg eine neue Tochtergesellschaft, die AGI Europa, gegründet. Deren Chefin Elizabeth Corley soll den Vertrieb von AGI-Publikumsfonds für Privatanleger außerhalb Deutschlands ankurbeln.

Bis auf wenige Ausnahmen wie Fidelity und die US-Gesellschaft Franklin Templeton tun sich die Fondshäuser schwer mit dem grenzübergreifenden Vertrieb. Das gilt auch für die DWS, die seit einigen Jahren ins europäische Ausland drängt. „Beim Publikumsfondskauf spielt der Markenname eine entscheidende Rolle“, sagt Lars Kolbe, Leiter des Bereichs Fondsanalyse beim Bad Homburger Beratungshaus Feri Research. Außerhalb ihres Heimatmarkts litten die Anbieter unter mangelnder Bekanntheit. Wer dennoch erfolgreich sein wolle, brauche einen langen Atem und müsse hohe Investitionen einkalkulieren.

Die Allianz-Anlagesparte ist bisher vor allem in Deutschland und den USA aktiv, wo ihre Tochterfirmen sitzen. Unter dem Dach der AGI (vormals ADAM, Allianz Dresdner Asset Management) bündelte Faber von 1999 bis 2001 die einstige Fondstochter der Dresdner Bank, DIT, und die US-Anlageverwalter Pimco, RCM, Nicholas-Applegate, NFJ, Oppenheimer Capital und Allianz Hedge Fund Partners.

Weltweit verwaltete AGI zuletzt 1,2 Mrd. Euro und war damit der zweitgrößte Anlageverwalter der Welt nach der Schweizer Großbank UBS. 40 Prozent der Anlagegelder liegen in Publikumsfonds für Privatanleger, die restlichen 60 Prozent gehören institutionellen Investoren wie Pensionskassen und Unternehmen. Das Privatkundengeschäft, auf das die neue Gesellschaft AGI Europa sich konzentriert, bringt höhere Erträge als das institutionelle Geschäft. Die Analysten von Goldman Sachs und Morgan Stanley beziffern den Wert der Faber-Sparte inzwischen mehr als doppelt so hoch wie den Wert der bekannteren Allianztochter Dresdner Bank. Für dieses Jahr peilt Faber eine knappe Milliarde Euro operativen Gewinn an. Langfristig will er diese Kennziffer um zehn Prozent jährlich steigern.

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