Private Altersvorsorge
Kleine Raten, große Wirkung

Dass die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird, ist (fast) allen klar. An der Altersvorsorge kommt keiner vorbei. Wer sich nicht langfristig binden will, kann mit ETF-Sparplänen vorsorgen, auch mit kleinen Summen.
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DüsseldorfDie Angst vor der Armut im Alter wächst.. Eine aktuelle Forsa-Umfrage belegt: Sechs von zehn Deutschen machen sich häufiger Gedanken über ihre finanzielle Versorgung in der Zukunft. 44 Prozent der Bundesbürger befürchten, dass sie im Alter nicht genügend Geld im Leben haben werden. Doch trotz dieser Einsicht, sorgen immer noch zu wenige Menschen vor.

Die Gründe: Jeder Zweite gibt an, nicht genügend finanziellen Spielraum zu haben, um privat für das Alter vorzusorgen. 32 Prozent geben ihr Geld aber lieber für andere Dinge aus als für die Altersvorsorge. Ein Fehler, meinen Experten. Denn ist es relativ einfach, schon mit 25 oder 50 Euro pro Monat für das Alter vorzusorgen.

Gut informierte Anleger können ihre private Altersvorsorge einfach, kostengünstig und flexibel mit börsengehandelten Indexfonds gestalten, meint Thomas Mai. „Mit Sparplänen  lässt sich schon mit kleinen Beträgen ein Vermögen aufbauen“, sagt der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Ein weiterer Vorteil der sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs): Mit wenigen Produkten lässt sich das Anlagevermögen breit streuen und das Risiko so minimieren, denn Indexfonds bilden die Entwicklung eines Börsenbarometers nahezu eins zu eins ab. Anleger setzen also mit einem Produkt auf Dutzende oder sogar Hunderte Aktien.

Wie immer bei der Altersvorsorge gilt: „Jeder sollte möglichst früh und regelmäßig sparen“, sagt Tom Friess, Chef des VZ Vermögenszentrums in München. Aktien sind langfristig die renditestärkste Anlageklasse. Über Zeiträume von 25 oder 30 Jahren zeigten die durchschnittlichen Entwicklungskurven von Aktien- gegenüber Renteninvestments nach Daten des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) zwar deutlich höhere Kursschwankungen und damit auch mehr kurzfristige Unsicherheit. Doch bei der Wertentwicklung punkten Aktien. Die Statistiken des BVI zeigen für die zurückliegenden Jahre recht klar: Je nachdem, wann ein Sparplan beginnt, kann mit Aktienfonds eine durchschnittliche Rendite von mehr als sechs Prozent jährlich erreicht werden.

Sechs Prozent, die vor Altersarmut schützen können. Denn dass die gesetzliche Rente alleine nicht ausreichen wird, ist mittlerweile Konsens. Die staatliche Rente wird in den kommenden Jahrzehnten deutlich sinken. Diese Lücke gilt es zu schließen. „Langfristig führt kein Weg daran vorbei, für das Alter Geld zurückzulegen“, sagt Finanzexperte Mai.

Eine Rendite von sechs oder sogar mehr Prozent erwirtschaftet man aber eben nur noch über Investments an den Kapitalmärkten. Doch Wertpapieranlagen sind nach vielen negativen Erfahrungen stigmatisiert. Das Platzen der Dot.com-Blase, die Finanz- und Bankenkrise und das Schuldendrama in Europa ließen die Börsen in den vergangenen Jahren gleich mehrfach abstürzen. Das Vertrauen der Privatanleger ist erschüttert. „Viele Anleger sparen nicht effizient, weil sie eine Aversion gegen die Risiken der Kapitalmärkte haben“, sagt Andreas Beck, Vorstand beim Institut für Vermögensaufbau (IVA).

Kommentare zu " Private Altersvorsorge: Kleine Raten, große Wirkung"

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  • ... die von Ihnen beschriebene Sparform hat nichts mit Altersvorsorge zu tun. Wann endlich lernt die Republik zu differenziern zwischen den Notwendigkeiten eines Altersvorsorgesparers (lebenslange Rente) und den Wunschzielen eins Anlagesparers (bloßes Sparen für später, vererbbares u. kapitalisierbares Vermögen zu schaffen) zu unterscheiden.
    Lesen Sie nach, z.B. hier: https://www.xing.com/net/pri9b0accx/zav/

  • mein Gott, was für ein blanker Neoliberalismus, wie er ins Lehrbuch konstruiert wurde! Schämen sollten sich Heerscharen solcher Millionen, diese Thesen breit zu treten. Jedes Subjekt für sich: wenn alle Gold horten, steigt der Preis aber: niemand kauft irgendwann auf hohem Niveau ein/zu. Schallmauer!

  • Angesichts der Tatsache, dass das Portfolio der Versicherer zunehmend mit Unsicherheiten behaftet ist - bis hin zu Bunds, die als Assets der Bundesbank längst an die Target-Bilanz an die EZB verpfändet sind und im Falle eines griechischen Bankrotts erstmals konkrete Abschreibungen nach sich ziehen werden, wäre man doch wahnsinnig, sein Geld langfristig an das Schicksal dieser Eurozone zu binden - nur um für ein paar weitere Jahre den gehobenen Lebensstandard Südeuropas zu finanzieren.

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