Private Geldanlage
S&P-Urteil lässt Fondsmanager kalt

Die Herabstufung der Bonität von neun der 17 Euro-Länder belastet nur die Anleihen aus Portugal. Die sind in vielen Rentenfonds aber ohnehin kaum enthalten.
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FrankfurtGroße Worte - wenig Taten. So lässt sich das Geschehen an den Märkten am ersten Handelstag zusammenfassen, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) am Freitag nach US-Börsenschluss ihre Drohung wahr gemacht und die Bonität oder zumindest die Ratingausblicke von fast allen Euro-Ländern herabgesetzt hat.

Deutschland ist jetzt das einzige Euro-Land mit der Höchstnote "AAA" und gleichzeitig stabilem Ausblick.
Insgesamt hat die Euro-Zone aber nach Ansicht von S&P nicht genügend Maßnahmen ergriffen, um die Probleme der Schuldenkrise wirksam anzupacken. Der Schwerpunkt liegt laut den Bonitätsauguren zu sehr auf Sparmaßnahmen, anstatt darauf, das Wachstum in den Ländern zu fördern und wirtschaftliche Ungleichgewichte im Euro-Raum abzubauen.

Die meisten Investoren bewerteten die Euro-Länder abseits Deutschlands aber schon zuvor schlechter als die amerikanische Ratingagentur und hatten sich auf die Herabstufungswelle eingestellt. Vom Handelsblatt befragte große Fonds sehen zumindest keine Notwendigkeit, nach der S&P-Aktion ihre Einstellung zu ändern und Anleihen zu verkaufen. "Die Ratingaktionen sind in der Regel relativ spät", betont etwa Anja Mikus vom Portfoliomanagement bei Union Investment. Deshalb hätten die Fondsmanager bereits früher reagiert.

Auch Stefan Hofrichter, Chefvolkswirt bei Allianz Global Investors, sieht Bonitätsverschlechterungen als "nachlaufenden Indikator". Die DWS ist laut Chefvolkswirt Johannes Müller schon seit längerer Zeit bei den Anleihen aller Euro-Randländer untergewichtet. Dass dies bei vielen Fonds so ist, spiegelt sich auch an den Märkten wider - bis auf die Ausnahme Portugal. Das Land, das sich seit April vergangenen Jahres nicht mehr an den Märkten finanzieren kann, wurde von S&P besonders deutlich in den Junk-Bereich für schwache Schuldner herabgestuft und hat damit bei allen drei Ratingagenturen das Gütesiegel Investment-Grade für halbwegs sichere Anleihen verloren. Damit fällt es endgültig aus allen Investment-Grade-Anleiheindizes heraus, an denen sich passiv gemanagte Fonds orientieren.

Dabei waren die Umsätze in den portugiesischen Bonds gering. Doch die wenigen Verkäufe trieben im Gegenzug die Rendite für zehnjährige Portugal-Bonds um anderthalb Prozentpunkte auf das Rekordhoch von 13,5 Prozent. Die Rendite zweijähriger Portugal-Bonds stieg ebenfalls kräftig, hatte vor zwei Monaten aber mit über 19,5 Prozent noch sehr viel höher gelegen.

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Steigende Anleiherenditen auch positiv

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