Privatinvestoren
Hedge-Fonds geben die Richtung vor

Immer mehr Privatanleger orientieren sich bei ihrer Strategie am Verhalten der umstrittenen modernen Kapitalsammelstellen. Derweil sehen Hedge-Fonds Manager wie Roy Niederhoffer besonders die Rohstoffmärkte vor einer Korrektur stehen.

FRANKFURT. Aufmerksam beobachten private Investoren das Anlageverhalten erfolgreicher Hedge-Fonds-Manager wie zum Beispiel George Soros. Auch für den populären Ungarn gelten Aktien nach den starken Verlusten des Jahres 2008 seit März 2009 wieder als Nonplusultra der Kapitalanlage. Gemessen am MSCI All Country World Index hat diese Anlageklasse seither rund 96 Prozent zugelegt. Institutionelle Anleger in den USA, Europa und Japan haben den Aktien-Anteil am Gesamt-Portfolio zuletzt auf 55 Prozent angehoben, wie eine Umfrage zeigt. Das ist der höchste Stand seit rund elf Monaten.

So mancher Anleger fragt sich angesichts dieser Dynamik, wann der Aktienhausse die Puste ausgeht. Investmentstrategien der Hedge-Fonds bieten Orientierung.

Hedge-Fonds agieren am Aktienmarkt wieder vorsichtiger.

Die rund 1,77 Billionen US-Dollar verwaltenden modernen Kapitalsammelstellen sind derzeit in Anleihen sehr stark unter- und in Aktien deutlich übergewichtet. Ungeachtet dessen agieren sie nach der Verdoppelung der Aktienkurse inzwischen wieder etwas vorsichtiger. Die Manager der Teilstrategie Long/Short-Equity - Kauf unterbewerteter Aktien (long) bei gleichzeitigem Leerverkauf überbewerteter Aktien (short) - setzen vermehrt auf eine Korrektur an den Aktienmärkten, wie die Aufstockung des Short-Anteils an deren Portefeuilles zeigt.

Der New Yorker Hedge-Fonds-Manager Roy Niederhoffer erklärt dieses Verhalten auch damit, dass das Risiko einer kräftigen Korrektur oder Trendumkehr nach vorausgegangenen ausgeprägten Börsentrends steigt. "Bei Aktien und Rohstoffen hat sich in den vergangenen Monaten ein starker Aufwärtstrend etabliert", sagt Niederhoffer. Dies sei vor allem auch auf Hedge-Fonds zurückzuführen, die auf Trendfolge-Modellen basieren - so genannte Commodity Trading Advisor (CTA). Diese Fonds, bei denen Anlageentscheidungen ohne menschliches Zutun automatisch durch Computerprogramme ausgeführt werden, bedienen sich bei ihren Aktien-Engagements der Hebelwirkung von Derivaten. Sie vermitteln dadurch einem bestehenden Kurstrend zusätzliche Eigendynamik.

"An den internationalen Aktienmärkten ist nicht nur die Stimmung extrem positiv", betont Niederhoffer. Hinzu komme, dass die Volatilität - Messlatte für das Ausmaß von Kursschwankungen - auf das niedrigste Niveau seit rund 40 Jahren gefallen ist. Die Vergangenheit habe gezeigt, dassAnleger in solch einem Umfeld oft die Gefahr verkennen, dass Aktienkurse nicht nur steigen können.

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