Produktabsatz kommt voran
Privatanleger greifen bei Aktienfonds wieder zu

Die Anbieter von Publikumsfonds für Privatanleger haben im April Anteilsscheine im Gegenwert von netto knapp 2,9 Mrd. Euro verkauft. Das ist laut Fondsverband BVI ein Umschwung nach Rückflüssen von fast 5,3 Mrd. Euro im März. Den größten Anteil am Aprilabsatz hatten Aktienfonds mit 2,2 Mrd. Euro - in den Vormonaten war der Nettoabsatz noch negativ.

FRANKFURT. Sowohl Publikumsfonds als auch das Teilsegment der Aktienfonds verbuchten die höchsten Zuflüsse seit Januar.

Die am Donnerstag veröffentlichten positiven Verbandsdaten dürften eine gute Indikation für das aktuelle Geschehen sein. Das ergaben Nachfragen des Handelsblatts bei den großen Anbietern DWS, Allianz Global Investors, Deka Investment und Union Investment. "Der Mai wird ähnlich ausfallen wie der April", sagt beispielsweise ein Vertreter der Allianz-Anlagesparte auf Basis der vorläufigen eigenen Daten. Ähnlich kommentiert eine Sprecherin der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS die Lage. Von einer "weiteren Absatzsteigerung" ist bei Union Investment die Rede.

Im Zuge der deutlich gestiegenen Aktienkurse seit Anfang März ziehen auch die hier investierenden Produkte wieder Käufer an. "Ohne Skepsis hätte man die günstigen Einstiegskurse allerdings noch stärker genutzt", heißt es von der Allianz. Branchenvertreter erkennen eine anhaltende Zurückhaltung bei den Privatinvestoren. "Man glaubt nicht an ein Ende der Krise", sagt ein Branchenvertreter. Das schlägt sich in der weiterhin hohen Nachfrage nach Garantieprodukten nieder.

Bei den risikoreicheren Anlageklassen jenseits des Aktiensegments spüren die Produktanbieter vor allem Nachfrage nach Fonds für höher rentierliche Unternehmensanleihen. Auch Spezialitäten etwa für Wandelanleihen sind gefragt.

Die Auswertung der Absatz-Hitliste für April nach Anbietern offenbart einen weiteren Gewinner neben den Aktienfonds. In der Statistik führt die Deutsche-Bank-Gruppe mit einem Absatz von knapp 1,4 Mrd. Euro. Davon ist eine halbe Milliarde Euro den börsengehandelten Indexfonds (ETFs) der Deutschen Bank zuzuordnen. Dieses Segment, in dem die Produktzusammensetzungen Messlatten für Aktien, Anleihen oder andere Vermögensformen widerspiegeln, gewinnt weiterhin branchenweit an Boden. Allein die wichtigen ETF-Anbieter Deutsche Bank, Barclays Global Investors, Lyxor Asset Management und die entsprechende Sparte der Sparkassengruppe, ETFlab, kommen auf fast 1,6 Mrd. Euro Zuflüsse. Sie ziehen demnach den größten Teil des gesamten Nettoabsatzes auf sich.

Im Mai liegen Indexfonds erneut im Plus. "Wir haben Zuflüsse von über 0,6 Milliarden Euro", sagt ein ETFlab-Sprecher. Auch ein Lyxor-Vertreter berichtet für den Monat über "positive Zahlen".

Im gesamten Publikumsfondssegment betreut die Branche per Ende April knapp 591 Mrd. Euro. Inklusive der institutionellen Anlegern vorbehaltenen Spezialfonds sind es über 1,2 Bill. Euro.

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