Produkte mit Teilschutz auf dem Vormarsch: Online-Trader schichten von Aktien in Zertifikate um

Produkte mit Teilschutz auf dem Vormarsch
Online-Trader schichten von Aktien in Zertifikate um

Während der Boom am Zertifikatemarkt bei den meisten deutschen Privatanlegern erst allmählich ankommt, nutzen Internet-Trader die strukturierten Produkte bereits intensiv. Laut einer Umfrage von Onvista investieren die Online-Anleger inzwischen im Schnitt 15 Prozent ihrer Depotvermögen in Zertifikate. Im Vorjahr waren es noch 13 Prozent.

HB FRANKFURT. Das Internet-Finanzportal hat seine Nutzer zum fünften Mal über ihr Anlageverhalten am Derivatemarkt befragt. An der Befragung beteiligten sich 1 600 Investoren. Insgesamt entfällt auf Derivate ein Drittel der Positionen in den Depots der Onvista-Trader. Davon bestreiten klassische Optionsscheine und Hebelprodukte wie im Vorjahr 18 Prozent. Die relativ neuen Anlagezertifikate sind inzwischen aufgerückt. Wenig Bewegung gab es bei den Investmentfonds mit einem Depot-Anteil von 19 Prozent. Deutlich verloren haben Aktien, deren Gewicht in den Portfolios von knapp 40 auf nur noch 36 Prozent schrumpfte.

Auch wenn die Online-Trader als überdurchschnittlich informiert und risikofreudig gelten und somit nicht repräsentativ für die breite Masse der Privatanleger stehen, untermauern die Ergebnisse der Studie einen Trend, der sich seit Monaten deutlich zeigt: Während Aktien und Aktienfonds unter Abflüssen leiden, sammeln die Banken mit Zertifikaten Milliarden ein. Im Gesamtjahr 2006 stieg das ausstehende Volumen des Derivate-Sektors um ein Drittel auf mehr als 110 Mrd. Euro. Experten führen das auf die größere Flexibilität der Zertifikate, vor allem aber auf die besseren Absicherungsmöglichkeiten zurück.

Dass auch die Anleger im Internet gerne mit Sicherheitspuffer investieren, zeigt ein Blick auf die beliebtesten Zertifikatetypen dieser Gruppe. Nach den klassischen Indexprodukten, mit denen fast die Hälfte aller von Onvista Befragten handelt, haben sich Bonuszertifikate auf Platz zwei geschoben. Sie bieten eine feste Ausschüttung, solange eine fixe Kursgrenze nicht unterschritten wird und lassen den Investor an Kursgewinnen voll teilhaben. Ein Drittel der Anleger hat die 2003 erstmals verkaufte Produktart inzwischen im Depot. Daneben sind auch Discount- und Expresszertifikate in der Gunst der Anleger gestiegen. Mit den Rabattpapieren handeln 32 Prozent der Onvista-Nutzer, mit den jungen Express-Papieren bereits 14 Prozent. Expresszertifikate rechnen jedes Jahr ab und machen einen fixen Kupon dabei von bestimmten Marktbedingungen abhängig.

Keine Auskunft gibt die Studie zum Interesse an Garantiezertifikaten. Auf sie entfallen nach Schätzungen des Branchenverbandes Derivate Forum gut 40 Prozent des Gesamt-Volumens am Zertifikatemarkt. Die Papiere gelten als klassische Vertriebsprodukte, die auf Anleger mit hohem Sicherheitsbedürfnis zielen. Bei den Online-Tradern dürften sie wegen der mageren Renditechancen kaum interessieren.

Allerdings steht für die erfahrenen Anleger Rendite nicht allein im Fokus. Für drei Viertel der Befragten ist auch die Bonität des Emittenten wichtig. Außerdem ist der Wunsch nach mehr Orientierung groß: 70 Prozent wünschen sich für Zertifikate Ratings, wie es sie für Fonds schon lange gibt. Bisher bietet nur die Agentur Scope einen Rating-Ansatz für Zertifikate.

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