Produkte trotzen der Finanzkrise
Altersvorsorge-Fonds begrenzen Verluste am Aktienmarkt

Der Nordinvest AS ist ein Relikt: Fonds mit dem Etikett Altersvorsorge-Sondervermögen, für die das Kürzel AS steht, gelten seit Einführung der staatlich geförderten Riester-Rente bei vielen Anbietern als Auslaufmodell.

HAMBURG. Pioneer-Manager Markus Steinbeis, der den Fonds seit Herbst vergangenen Jahres von München aus betreut, sieht das anders. "Ein AS-Fonds ist ein gemischtes Mandat und bietet Anlegern, die ein abgeltungssteuerfreies Investment suchen, entsprechende Vorteile", wirbt er. Seine Freiheiten hat Steinbeis dabei bislang recht gut genutzt: Mit einem vergleichsweise moderaten Zwölf-Monats-Minus von 8,81 Prozent belegt der Nordinvest AS unter den 18 noch verbliebenen AS-Fonds den zweiten Platz (siehe Tabelle).

Den Vorsprung vor der Konkurrenz führt Steinbeis allerdings nicht nur auf die flexible Aktienquote zurück, sondern auch auf die Titelauswahl. "Finanz- und Konsumwerte waren deutlich untergewichtet, Rohstoff- und Chemietitel übergewichtet", sagt er. Obwohl er den Aktienanteil mittlerweile wieder auf 73 Prozent erhöht hat, bleibt seine größte Einzelposition eine Anleihe auf physisches Gold, der er im aktuellen Marktumfeld ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis zubilligt als Rentenfonds oder den überhaupt nicht im Portfolio vertretenen offenen Immobilienfonds.

Obwohl auch Henning Kelch über kurz oder lang wieder mit dauerhaft steigenden Aktienkursen rechnet, hat der Manager des auf Rang sieben liegenden AS-Aktiv Plus von Cominvest derzeit nur knapp 55 Prozent in Dividendenpapiere investiert. "Das ist in etwa die Obergrenze, da wir mit dem AS-Aktiv Dynamik einen zweiten, offensiveren AS-Fonds im Angebot haben", sagt Kelch. Ähnlich wie bei Steinbeis gehörten in den vergangenen Monaten unter anderem Energiewerte zu seinen Favoriten, denen er trotz der jüngsten Rückschläge auch künftig eine überdurchschnittliche Entwicklung zutraut.

Auf der Defensivseite setzt Kelch überwiegend auf Rentenpapiere, auch wenn er zur Stabilisierung der Wertentwicklung knapp zehn Prozent des Fondsvermögens in den Immobilienfonds Hausinvest Europa investiert hat. Zu seinen größten Beteiligungen gehören darüber hinaus deutsche und irische Staatsanleihen sowie Kommunalobligationen aus Frankreich und den Niederlanden.

Goldanleihen sieht der Cominvest-Manager dagegen nicht als lohnenswerte Alternative. "Das käme nur in Frage, wenn sich an den Aktien- und Rentenmärkten überhaupt keine attraktiven Investments mehr finden ließen", sagt er. Das jedoch sei derzeit nicht der Fall.

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