Produkte zum Verkauf
Vanguard setzt auf deutsche Anleger

Die weltweite Nummer zwei bei Fonds, der amerikanische Anbieter Vanguard, drängt auf den deutschen Markt und dies genau zum richtigen Zeitpunkt. Vanguard bietet Indexfonds an und gerade die boomen in Deutschland.

FRANKFURT. Der Indexfonds-Spezialist Vanguard bietet professionellen Anlegern aus Deutschland zehn Fonds zum Verkauf an. Die Vertriebszulassung für neun Indexfonds und einen aktiv gemanagten US-Aktienfonds hat der weltweit zweitgrößte Fondsanbieter aus den USA im Februar erhalten, erklärte Vanguard-Europa-Marketingchef Francois Passant gegenüber dem Handelsblatt.

„Wir wollen unseren institutionellen Kunden mehr bieten und in einem der Kern-Märkte Europas vertreten sein“, begründet Passant den von Branchenkennern seit langem erwarteten Schritt. Strategisch bleibe das US-Fondshaus, das ein Vermögen im Wert von rund 1,1 Bill. US-Dollar verwaltet, auf professionelle Investoren wie Pensionseinrichtungen, Versicherungen, Banken und Dachfondsmanager ausgerichtet, sagt Passant. Eine Vertriebszulassung in Deutschland entspreche den Wünschen vieler der rund 180 Kunden in Europa, die 25 Mrd. US-Dollar bei Vanguard angelegt haben.

Derzeit plant Vanguard keine Kapitalanlagegesellschaft oder Niederlassung im Land. Vielmehr wolle man zunächst die Indexfonds vorstellen. Die neun Indexfonds decken zentrale Anlageregionen bei Aktien wie Europa, USA oder Emerging Markets ab sowie drei Euro-Anleihen-Fonds-Sparten. Vanguard stehe für überdurchschnittliche Fondsperformance und niedrige Gebühren, sagt Carsten Hermann, Partner beim Fondsrating- und Beratungshaus Feri. Vanguard komme zum rechten Zeitpunkt an den deutschen Markt, da institutionelle Investoren intensiv auf das Kosten-Rendite-Verhältnis von Anlagen achteten, Indexfonds folglich boomten. Die Gesamtkosten von Aktienfonds bei Vanguard betragen im Durchschnitt 0,4 Prozent im Jahr, von Anleihenfonds 0,2 bis 0,3 Prozent. Branchenkenner können sich daher vorstellen, dass Vanguard für Preisdruck sorgt.

Zielgrößen gemessen am verwalteten Vermögen nennt Passant nicht. „Wir bemühen uns um eine langfristig stabile Kundenbeziehung“, sagt er. Vanguard nimmt daher kaum Kaufgebühren, verlangt dafür aber Rücknahmegebühren bei einer Haltedauer von weniger als 90 Tagen.

Als wichtigste Konkurrenten nennt Passant die führenden Anbieter für passiv gemanagte Fonds Barclays GI und State Street. Vanguard, unter den in Europa aktiven Fondshäusern die weltweit viertgrößte Gesellschaft, will neben den Indexfonds auch aktiv gemanagte Fonds verkaufen, zumal 60 Prozent des Vanguard-Kapitals ohnehin von externen Managern aktiv oder von eigenen Spezialisten quantitativ verwaltet wird.

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