Profis spekulieren auf Österreich und EU-Beitrittskandidaten in Osteuropa
Mischfonds profitieren von Aktien

Die erfolgreichen Manager gemischter Fonds sehen in der Zukunft mehr Chancen auf der Aktien- als auf der Anleihenseite. Bei der Auswahl der Risikopapiere favorisieren sie den so genannten Value-Ansatz, suchen also nach unterbewerteten Titeln.

HB/Dow Jones FRANKFURT/M. So geht auch Stefan Jäggi von der Hyposwiss, der Privatbank der St. Galler Kantonalbank, vor. Er sucht billige Werte für den Spezialitäten- Mischfonds Hyposwiss (Lux) Fund-Donau Tiger in Österreich und Osteuropa. „Für Osteuropa und Österreich spricht die Annäherung an Euroland, eine sehr günstige Aktienbewertung, ein starkes Wirtschaftswachstum und eine geringe Verschuldung“, so der Fondsmanager. „Für mich sind Osteuropa und Österreich derzeit die attraktivsten Märkte weltweit.“

Einen anderen Schwerpunkt setzt Jens Ehrhardt, Fondsberater des FI Alpha Global von der zur DWS gehörenden Franken Invest. Zwar muss auch bei Ehrhardt die Bewertung günstig sein, allerdings sucht er seine Titel weltweit und bezeichnet den Fonds als defensiven Value-Fonds, der „zum richtigen Zeitpunkt durch antizyklische Anlagen aggressiv agiert“.

Erfolgreich waren bisher beide Manager. Mit einem Zwölfmonats- Wertgewinn von 22,60 Prozent führt Ehrhardt die Rangliste der flexibel gesteuerten Mischfonds an (Tabelle). Dabei handelt es sich um jene Mischfonds, die ihr Geld entweder hälftig in Aktien und Anleihen investieren oder bei der Aufteilung der Gelder nicht beschränkt sind.

Jäggi folgt mit 22,28 Prozent knapp hinter Ehrhardt. Er nennt seine Aktienquote mit 51Prozent. Das habe zur erfreulichen Fondsrendite geführt. Ehrhardt hält satte 75Prozent der Gelder in Aktien. Für den unabhängigen Vermögensverwalter Gerd Bennewirtz ist diese Gewichtung dem Marktgeschehen angepasst. Verwundert zeigt er sich dagegen über die einseitige Ausrichtung des Franken- Invest-Fonds auf Deutschland. „Die Deutschlandquote liegt bei 53 Prozent.“

Ehrhardt favorisiert nach seiner Darstellung seit einiger Zeit Energietitel, vor allem aus Kanada, Nebenwerte aus Hongkong sowie vereinzelt Standardwerte aus dem Dax und MDax. „Wir haben kürzlich die Postbank, Eon und BASF aufgestockt“, berichtet Ehrhardt.

Bei Jäggi nimmt Österreich rund 40 Prozent der Fondsgelder in Anspruch, gefolgt von Rumänien mit 35 Prozent. Bennewirtz gibt zu bedenken, das „Rumänien nicht Österreich ist. Auch wenn S & P in Erwartung des EU-Beitritts 2007 die Bonität Rumäniens seit September etwas besser beurteilt, bleiben Zweifel“.

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