Prognose
Alstria Office verschiebt Expansion

REITs, also börsennotierte Immobilienfonds, konnten sich in Deutschland bisher nicht wirklich durchsetzen. Einer der wenigen erfolgreichen Vertreter, die Hamburger Alstria Office, bekräftigte nun die angepeilten Jahresziele. Mit dem geplanten Wachstum wird es allerdings wohl vorerst nichts.

HB FRANKFURT. Die Hamburger Alstria Office hält an ihren Jahreszielen fest, legt angesichts der Finanzkrise aber ihre Wachstumspläne auf Eis. "Unsere Prognose steht", sagte Finanzchef Alexander Dexne am Dienstag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Für 2008 werden demnach ein Umsatz von 101 Mio. Euro und ein operatives Ergebnis (FFO) von 40 Mio. Euro angepeilt. "Unsere operativen Pläne sind von der Finanzkrise unberührt. Das Mietgeschäft läuft gut, der Leerstand liegt bei 6,4 Prozent und damit auf niedrigem Niveau", unterstrich Dexne.

Alstria wurde 2006 gegründet und vor einem Jahr in einen der wenigen börsennotierten Immobilienfonds (REIT) in Deutschland umgewandelt. Das auf Büroimmobilien konzentrierte Portfolio hat nach Unternehmensangaben aktuell einen Gesamtwert von 1,9 Mrd. Euro. Im ersten Halbjahr hatte Alstria sein FFO um 60 Prozent gesteigert auf 20,4 Mio. Euro. Netto rutschte Alstria jedoch in die roten Zahlen, weil die Firma den Wert ihres Bestandes um 70 Mio. Euro abschreiben musste.

Dennoch hatte Alstria noch im Sommer Wachstumspläne angedeutet. Dies hat sich nun geändert. Durch die Finanzkrise seien Zukäufe in weite Ferne gerückt und aus derzeitiger Sicht auch für 2009 nicht geplant, sagte Dexne. "Es ist aktuell in der Branche auch sehr schwierig, Kreditvereinbarungen für Neugeschäfte abzuschließen." Jetzt gehe es darum, Alstria "wetterfest" zu machen. "Wenn ich heute die Möglichkeit hätte, zusätzliches Kapital einzuwerben, würde ich das eher zur Stärkung der Bilanz verwenden."

Refinanzierungsbedarf hat Alstria nach den Worten von Dexne in den kommenden drei Jahren nicht. Zuvor hatte das Unternehmen mitgeteilt, sich einen neuen Kredit in Höhe von 95 Mio. Euro mit einer Laufzeit von sieben Jahren gesichert zu haben. Der Fokus liege mehr denn je darauf, lange Laufzeiten auszuhandeln, erläuterte Dexne. Alstria sei mit einer Eigenkapitalquote von 45 Prozent gut aufgestellt und müsse sich keine Sorgen machen.

REITs sind in Deutschland eine relativ junge Erscheinung. Sie sind von der Steuer begünstigt und schütten den Löwenanteil ihrer Gewinne an die Eigentümer als Dividende aus. Dass REITs hierzulande noch nicht weit verbreitet sind, führen einige Branchenvertreter auch darauf zurück, dass Wohnimmobilien von diesem Modell bislang ausgenommen sind. Zudem werde die Robustheit von REITs - die über ein vergleichsweise hohes Eigenkapital verfügen - nicht ausreichend kommuniziert. In dieses Wehklagen stimmte Alstria-Manager Dexne aber nicht ein: "Jetzt kommt es darauf an, Performance zu zeigen. Die Diskussion darüber, was die Politik noch alles in der REIT-Gesetzgebung in Deutschland ändern muss, ist eine Schattendebatte. Wir müssen erstmal das Werkzeug nutzen, das wir schon haben."

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