Provisionsstreit
Hedge-Fonds stellen sich quer

Investoren drängen Hedge-Fonds, ihre Provisionen zu senken. Doch die Branche will auch in Krisenzeiten nicht auf üppige Provisionen verzichten und blockt bisher alle Forderungen ab. Weniger Erfolg hatten Private-Equity-Gesellschaften: Sie konnten ihre Gebühren nicht stabil halten.

NEW YORK. Hedge-Fonds wollen auch in Krisenzeiten nicht auf ihre üppigen Provisionen verzichten. Weder Och-Ziff Capital Management, noch SAC Capital Advisors oder Highbridge Capital Management haben auf die Forderung, die Provisionen zu senken, reagiert. "Es findet keine branchenweite Senkung der Provisionen statt", sagt Stewart Massey, Leiter der Beratungsgesellschaft Massey Quick.

Zuletzt hatte Larry Powell vom Pensionsfonds Utah Retirement System darauf gesetzt, dass sich die Hedge-Fonds angesichts von Rekordverlusten im Jahr 2008 dem Druck beugen würden. Er hatte auf eine Senkung der durchschnittlichen Provisionen in der Branche von zwei Prozent des Anlagevermögens und 20 Prozent der Gewinne für Investments von 25 Mio. Dollar gedrängt. Auch sollten die Performance-Gebühren nur berechnet werden, wenn eine Mindestrendite übertroffen wird und diese sollten über mehrere Jahre statt jährlich gezahlt werden, forderte er.

Ähnliche Forderungen stellte auch der größte staatliche US-Pensionsfonds California Public Employees´ Retirement System. Aber im Gegensatz zu den Private-Equity-Fonds, die die Provisionen senkten, haben sich die Hedge-Fonds solchen Forderungen nur gebeugt, wenn die Investoren Konzessionen akzeptierten, wie etwa längere Halteperioden oder Engagements von mindestens 100 Mio. Dollar. Zwar berichtete Powell im Juni triumphierend, dass über die Hälfte der 40 Hedge-Fonds-Manager von Utah Änderungen bei den Provisionen zugestimmt und vier seine Empfehlungen umgesetzt hätten. Aber die Spitzen-Hedge-Fonds-Gesellschaften haben bei ihren Spitzen-Provisionen nichts nachgelassen. SAC Capital, die eine Provision von drei Prozent der Aktiva verlangt und 50 Prozent der Anlagegewinne kassiert, dürfte die Provisionen unverändert halten, weil die Erträge am Markt wieder steigen, berichtet eine informierte Person.

Private-Equity-Gesellschaften hatten weniger Erfolg, ihre Gebühren stabil zu halten. Ein Grund für den Unterschied ist die Performance der Anlagen. Der Wert von Buyout-Fonds ist im vergangenen Jahr um 28 Prozent gesunken. Zum Vergleich: Bei Hedge-Fonds belief sich laut Branchenbeobachter Hedge Fund Research der Verlust auf 19 Prozent. In diesem Jahr haben sie bis Juni 9,5 Prozent zugelegt, für Beteiligungsgesellschaften sind vergleichbare Zahlen nicht vorhanden. Ein weiterer Unterschied ist die Liquidität. Private- Equity-Fonds binden Kapital für bis zu zehn Jahre. Bei Hedge-Fonds können Anleger ihr Kapital einmal im Quartal abziehen.

Quelle: Bloomberg

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