Quantitative Fonds-Strategien
Der Computer entscheidet

Der Absturz quantitativ agierender Hedge-Fonds durch die Finanzkrise wirft bei Experten die Frage auf, ob dem mathematisch-technischen Strategieansatz wirklich die Zukunft gehört. Die Ausgaben für die Entwicklung neuer quantitativer Handelsmodelle sprechen dafür.

FRANKFURT. Seit die internationalen Börsen durch Verwerfungen am US-Kreditmarkt von einer Krise in die nächste rutschen, ist viel von Hedge-Fonds die Rede. Insbesondere quantitative Hedge-Fonds-Strategien sind wegen ihrer schlechten Performance in die Schlagzeilen geraten. Denn selbst die von bekannten Namen der US-Investmentszene wie Goldman Sachs und Bear Stearns aufgelegten Quant-Fonds erlitten riesige Verluste und ließen Zweifel an der Qualität von Hedge-Fonds-Managern aufkommen.

Die schlechte Performance dieser Anbieter warf für Experten die Frage nach den Schwächen quantitativer Strategien auf. Zudem stellt sich die Frage, ob vor diesem Hintergrund ein Trend zur stärkeren Nutzung von Computermodellen, die Investmententscheidungen auf Basis quantitativer Kriterien treffen, erwartet werden kann. „Das Versagen der Quant-Strategien war für mich die eigentliche große Überraschung der Krise“, sagt Kevin Ferro, Gründer von Ferro Capital in New York.

Ein genauer Blick in das Hedge-Fonds-Spektrum zeigt allerdings, dass auf quantitative Strategien nur rund 220 Mrd. Dollar des weltweit in Hedge-Fonds investierten Vermögens von 1,8 Billionen US-Dollar entfallen. „Will man die Bedeutung quantitativer Strategien analysieren, muss man das Augenmerk auf den weitaus größeren Bereich Managed Futures richten“, sagt Rainer Fritzsche, Senior Relationship Manager bei der weltweit größten Hedge-Fonds-Gesellschaft Man Investments. Allgemein unterscheidet die Fachwelt zwei Arten von Managed Futures: die systematischen und die Dis-crectionary-Strategien. Die systematischen Manager setzen historische Preisinformationen ein, um künftige Kurstrends zu antizipieren und verlassen sich auf technische Trading-Signale. Discretionary-Händler vertrauen hingegen dem Können und der Erfahrung des Managers, in einer bestimmten Marktsituation die richtigen Investitionsentscheidungen zu treffen. Die Geburtsstunde der mechanischen Handelssysteme schlug in den frühen 80er Jahren, als die beiden bekannten Rohstoff-Trader Richard Dennis und William Eckhardt ein Experiment starteten: Eckhardt war der Meinung, dass die Fähigkeiten eines Händlers ausschließlich auf dessen Talent beruhen, während Dennis der Überzeugung war, dass man sich diese antrainieren könne.

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