Rahmenbedingungen für Hedge-Fonds
In Deutschland gibt es viele Hürden

Die Hedge-Fonds-Branche fordert bessere Rahmenbedingungen, da Anlegern nicht alle Investmentprodukte offen stehen. In den vergangenen Wochen ist daher die politische Diskussion über internationale Regelungen für eine höhere Transparenz von Hedge-Fonds wieder lauter geworden.

FRANKFURT. Hedge-Fonds verzeichnen weltweit ein Volumen von mehr als einer Billion Dollar. Gleichzeitig haben Aufsichtsbehörden und Anleger kaum einen Einblick, wie und wo dieses Geld investiert ist. In den vergangenen Wochen ist daher die politische Diskussion über internationale Regelungen für eine höhere Transparenz von Hedge-Fonds wieder lauter geworden.

Abseits dieses Bemühens um internationale Regelungen sollte jedoch auf nationaler Ebene nicht verkannt werden, dass Kapital scheu ist. Die Erfahrungen im Bereich der Publikums-Sondervermögen zeigen, dass ein Alleingang auf nationaler Ebene dazu führt, dass sich Anbieter einen Weg in das weniger streng regulierte Ausland suchen. Wer also zu viel reguliert, vertreibt das Geld. Insofern ist es zu begrüßen, dass der Gesetzgeber im Entwurf einer Novelle des Investmentgesetzes vom 18. Januar dieses Jahres in Bezug auf eine strengere Regulierung von Hedge-Fonds Zurückhaltung gezeigt hat. Gleichzeitig aber werden die wenigen in der Novelle für Hedge-Fonds vorgesehenen Liberalisierungen in der Branche als „Schönheitskorrekturen“ bezeichnet.

Die Tatsache, dass in Deutschland mehr als drei Jahre nach Inkrafttreten des Investmentgesetzes erst 25 Single-Hedge-Fonds und nur 15 Dach-Hedge-Fonds aufgelegt wurden, deren Mittelzuflüsse zudem deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind, zeigt, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für Hedge-Fonds in Deutschland verbessert werden müssen, um deren Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich zu stärken. Für Single-Hedge-Fonds ist in diesem Zusammenhang insbesondere eine weitere Öffnung des Anlageuniversums zu fordern.

Single-Hedge-Fonds sollten künftig auch in Immobilien, Fremdwährungen und vor allem unverbriefte Forderungen investieren können. Letzteres würde beispielsweise die Umsetzung von Distressed Debt Strategien ermöglichen. Zu überdenken ist auch das grundsätzliche Verbot des öffentlichen Vertriebs von Single-Hedge-Fonds. Zumindest der öffentliche Vertrieb an institutionelle Investoren sollte gestattet werden. Gleichzeitig könnten die Möglichkeiten der Anlage von Versicherungen in Single-Hedge-Fonds weiter verbessert werden.

Auch für Dach-Hedge-Fonds wäre eine Liberalisierung der bestehenden Vorschriften notwendig. Derzeit dürfen deutsche Dach-Hedge-Fonds nur in ausländische Zielfonds investieren, die hinsichtlich ihrer Anlagepolitik Anforderungen unterliegen, die mit denen deutscher Single-Hedge-Fonds vergleichbar sind. Viele erfolgreiche ausländische Single-Hedge-Fonds unterliegen jedoch deutlich geringeren Beschränkungen als ihre deutschen Pendants und haben naturgemäß wenig Interesse daran, sich freiwillig den Beschränkungen deutscher Single-Hedge-Fonds zu unterwerfen oder die steuerlichen Transparenzanforderungen in Deutschland zu erfüllen.

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