Ranking
Deutsche Anbieter laufen bei europäischen Fonds hinterher

Im Vergleich zur europäischen Konkurrenz stehen deutsche Fonds-Anbieter schlechter da als die Mitbewerber aus anderen Ländern, sagt eine Studie. Ganz oben im Ranking finden sich angelsächsische Fondsanbieter wie Threadneedle oder Blackrock.
  • 0

FRANKFURT. Bei europäischen Fonds, einer wichtigen Anlageklasse der Deutschen, schneiden die führenden großen Anbieter schlechter ab als ihre ausländische Konkurrenz. Das stellt das Analysehaus Feri Eurorating in einer Studie fest, bei der Rendite und Risiko der Fonds bewertet wurden. Bei europäischen Aktienfonds gelangte nur die Münchener Rück-Tochter Meag unter die besten 15, bei europäischen Rentenfonds die Allianz Global Investors (AGI). Über beide Anlageklassen hinweg schaffte Meag mit Rang sieben das beste Ergebnis eines deutschen Hauses. In den Top 15 stehen auch AGI, die Fondstochter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW AM) und Union Investment.

Ganz oben im Gesamtranking finden sich Spezialisten wie die britische Fondsboutique Threadneedle mit besonderer Stärke bei europäischen Aktien, aber auch die US-Anbieter Blackrock und Invesco, die mit Aktien- und Anleihefonds punkteten (Tabelle). "Dass Spezialisten oben stehen, ist keine Überraschung, sie können sich auf ihre Stärke konzentrieren", sagt Christian Michel, Teamleiter Fonds und Zertifikate bei Feri. Universalanbieter blieben dagegen zurück - man müsse sich fragen, warum große Gesellschaften vor allem so viele Aktienfonds anböten.

Für das Ranking bildete Feri für 1035 Fonds aus 18 Fondsklassen von über 80 Anbietern einen Durchschnitt aus der risikogewichteten Wertentwicklung in ein, drei und fünf Jahren. Aktive und passiv gemanagte Fonds (ETF) wurden getrennt betrachtet. Unter den vier großen deutschen Anbietern hätten es AGI vor allem wegen der Anleihe-Tochter Pimco und Union Investment eher mit Aktienfonds unter die Top 15 geschafft. Bei der Deka und der DWS hätten sich vielfach gute und schlechtere Fonds auch innerhalb einer Gruppe nivelliert. Die Deka kam auf Rang 26, die DWS auf Platz 29 von 48 Anbietern im Gesamtranking.

Anlegern bleibt, einzelne Fonds genau anzuschauen. "Die Qualitätsunterschiede zwischen Fonds eines Anbieters auch innerhalb einer Gruppe sind groß", so Michel. Nur 30 bis 40 Prozent der Manager europäischer Fonds schaffen es, besser als der Markt abzuschneiden. Hiesigen Anlegern sind europäische Aktien und Bonds wichtig. Fast zwei Drittel der Privaten investieren dort laut Feri zwischen 20 und 75 Prozent ihres Depotvermögens. Institutionelle Anleger halten vor allem Anleihen. rez

Kommentare zu " Ranking: Deutsche Anbieter laufen bei europäischen Fonds hinterher"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%