Ratgeber Immobilienfonds in Not – was Anleger wissen müssen

Anleger haben schmerzlich erfahren, dass offene Immobilienfonds auch Verluste machen können. Und damit nicht genug: Zahlreiche Anleger sitzen zurzeit auf ihren Anteilen, weil Fonds keine Anteile zurücknehmen. Wie geht es weiter? Die wichtigsten Fragen und Antworten für Anleger im Überblick.
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Büroimmobilien in London: In der britischen Hauptstadt steigen die Immobilienpreise wieder an. Deutsche Fonds haben bereits zugekauft. Quelle: Pressebild

Büroimmobilien in London: In der britischen Hauptstadt steigen die Immobilienpreise wieder an. Deutsche Fonds haben bereits zugekauft.

(Foto: Pressebild)

DÜSSELDORF. Noch nie in ihrer mehr als 50-jährigen Geschichte standen offene Immobilienfonds vor so großen Veränderungen wie in diesem Jahr. In wenigen Tagen wird das Bundesfinanzministerium präzisere Vorschläge vorlegen, wie künftig Fondsschließungen vermieden werden können. Zur Diskussion stehen eine Mindesthaltedauer von zwei Jahren und Kündigungsfristen von bis zu zwei Jahren.

Die Regierung reagiert damit darauf, dass zeitweise zig Tausend Immobilienfondsanleger ihre Anteile nicht wie eigentlich vorgesehen börsentäglich gegen Geld tauschen konnten. Im Oktober 2008 lagen 34 Mrd. Euro fest, zurzeit sind es neun Mrd. Euro. Das sind etwa elf Prozent des Geldes, dass risikoscheue Sparer in diese Fonds gesteckt haben.

Und immer wieder kommen Nachrichten, die Fondsanleger beunruhigen. So in der vergangenen Woche, als zunächst bekannt wurde, dass Anleger von Mega-Fonds amerikanischer Investmentbanken Milliarden Dollar verloren haben und anschließend auch ein Produkt der Deutschen Bank Negativschlagzeilen machte.

Wie geht es weiter mit den offenen Immobilienfonds? Das Handelsblatt beantwortet die wichtigsten Fragen für Anleger:

Die Immobilienfonds von Morgan Stanley, Goldman Sachs und Deutsche Bank haben hohe Verluste erlitten. Ist bei Offenen Immobilienfonds mit vergleichbaren Verlusten zu rechnen?

Nein. Die in Probleme geratenene Produkte der Großbanken werden zwar Fonds genannt, sind aber eigentlich Gesellschaften, die mit den Geldern von Großanlegern wie Versicherungen und Altersvorsorgeeinrichtungen in Immobilien investieren. Eine solche Gesellschaft kann durch Abschreibungen auf ihre Immobilien rechnerisch ihr gesamtes Eigenkapital verlieren. Diese Gefahr ist dann sehr groß, wenn ihre Gebäude hoch fremdfinanziert wurden - was vielfach der Fall ist. Wenn die Mieteinnahmen nicht ausreichen, um die Kosten für die Bewirtschaftung der Gebäude und die Zinszahlungen zu tragen, droht diesen Investmentvehikeln Insolvenz.

Dagegen ist der komplette Verlust der Einlage oder eine Insolvenz bei einem offenen Immobilienfonds praktisch ausgeschlossen. Die wesentlichen Unterschiede: Die Einlagen sind Treuhandvermögen. Die damit gekauften Liegenschaften dürfen maximal zu 50 Prozent beliehen werden - eine Grenze, von der die meisten Fonds weit entfernt sind. Die Fonds müssen mindestens fünf Prozent liquide Mittel halten. Der Verband empfiehlt sogar zehn Prozent. Die Einhaltung dieser und weiterer Anlagevorschriften wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kontrolliert.

Auf der nächsten Seite lesen Sie, ob Verluste bei offenen Fonds ausgeschlossen sind, wer über die Bewertung der Fondsimmobilien entscheidet und wie verlässlich diese Bewertungen sind.

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