Ratingagenturen
Hedge-Fonds lehnen Noten ab

Die Hedge-Fonds-Branche kann einer stärkeren Überwachung durch große internationale Ratingagenturen kaum positive Seiten abgewinnen. „Wir sehen die Pläne der Agenturen tendenziell sehr kritisch“, sagt Peter Alex, Sprecher des Bundesverbandes Alternative Investments. Alex warnt vor der immer weiter wachsenden Macht der Ratingagenturen über die Finanzmärkte.

ret / mmFRANKFURT. Derzeit überarbeiten mehrere Agenturen ihre Modelle für die Bewertung der Fonds, um für mehr Transparenz in der bislang kaum regulierten Branche zu sorgen. Hedge-Fonds verwalten nach den massiven Mittelzuflüssen der vergangenen Jahre mittlerweile weltweit über eine Billion Dollar.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) prüfe bereits heute die Bonität einiger großer Dach- Hedge-Fonds, erläutert eine Sprecherin. Derzeit würden die Methoden überprüft, um das Geschäft auszuweiten. Vor allem konservative Investoren wie Pensionsfonds und Versicherungen forderten mehr Transparenz im Hedge-Fonds-Markt.

Bei der Bewertung der Zahlungskraft der Fonds will S&P Faktoren wie das Risikomanagement und den Verschuldungsgrad berücksichtigen. Wichtiges Kriterium für die Bonitätswächter ist die Frage, ob ein Fonds in der Lage ist, die Anleger jederzeit auszuzahlen.

Seit Jahren tobt ein Streit darüber, ob Hedge-Fonds stärker kontrolliert und überwacht werden sollen. Einige Aufsichtsbehörden befürchten, dass die Marktmacht der Fonds Finanzkrisen auslösen könnte. Die Gegner einer schärferen Überwachung argumentieren hingegen, dass Hedge-Fonds auch in schwierigen Marktsituationen, wenn sich andere Investoren zurückziehen, noch Liquidität zur Verfügung stellen. Eine zu scharfe Kontrolle zerstöre die Geschäftsmodelle der Fonds. In den USA scheiterte jüngst der Versuch der Börsenaufsicht SEC, eine Registrierungspflicht für Hedge-Fonds einzuführen. Bundesbank-Vorstand Edgar Meister hat deshalb ein freiwilliges Überwachungssystem vorgeschlagen, bei dem die Ratingagenturen eine Rolle spielen sollen.

Doch die Branche lehnt solche Lösungen ab: „Warum sollten die Ratingagenturen bessere Informationen erhalten als zum Beispiel Aufsichtsbehörden“, fragt Verbandssprecher Alex. Dies sei auch deshalb bedenklich, weil die Agenturen selbst keiner aufsichtsrechtlichen Kontrolle unterworfen seien. „Der Einfluss der Agenturen auf die Finanzindustrie würde weiter zunehmen, und das, obwohl die Aufsichtsbehörden noch vor kurzem diskutierten, ob Ratingagenturen wegen ihrer Macht nicht auch reguliert werden müssten“, argumentiert der BVAI-Sprecher.

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