Raus aus Aktien
Europas größter Vermögensverwalter hortet Cash

Die Schuldenkrise in Europa stimmt die Strategen von Amundi misstrauisch. Die Vermögensverwalter aus Paris verkaufen Aktien und Hochzinsanleihen - und setzen stattdessen auf Bargeld. Nun schauen sie auf Deutschland.
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GenfAmundi, der größte Vermögensverwalter in Europa, hat die Barpositionen zu Lasten von Aktien und Hochzinsanleihen erhöht. Begründet wurde der Schritt mit einem im nächsten Jahr möglicherweise schwächerem weltweiten Wachstum als erwartet.

„Die Prognosen sind weiterhin zu optimistisch bezüglich des weltweiten Wachstums für 2014“, sagte Didier Borowski, Leiter Strategie und Konjunkturanalyse bei Amundi, die fast eine Billion Dollar verwaltet, in einem Interview in Genf in der vergangenen Woche. „Wir müssen auf kurze Sicht sehr vorsichtig sein bei risikoreichen Vermögenswerten.“

Amundi, die in erster Linie für institutionelle Kunden investiert, berichtet, dass ihre diversifizierten Fonds bis zu 55 Prozent der Vermögenswerte in bar halten, da der schwächere Konjunkturausblick risikoreichere Investments abschrecke.

Ökonomen sind zu optimistisch, während die Sparprogramme der Regierungen in Europa das Wachstum eindämmen, sagt Borowski. Amundi, die sich im Besitz von zwei der drei größten französischen Banken, Crédit Agricole SA and Société Générale befindet, hat den Baranteil aufgestockt, nachdem US- Notenbankchef Ben S. Bernanke im Mai sagte, dass die Zentralbank mit der Reduzierung der Bondkäufe beginnen könnte.

Der Stoxx Europe 600 Index hat seit dem Bernanke-Kommentar 8,2 Prozent eingebüßt, der MSCI World Index hat 4,9 Prozent verloren. Die Aktienkurse dürften Borowski zufolge weiter sinken, wenn Unternehmen und Analysten wegen eines schwächer als erwarteten Wachstums 2014 ihre Gewinnerwartungen nach unten korrigieren. Die Prognosen gehen Bloomberg-Daten zufolge dahin, dass die Weltwirtschaft 2014 um drei Prozent wächst, nach einem Plus von 2,13 Prozent in diesem Jahr.

Die Besorgnis um die öffentlichen Finanzen bei den überschuldeten europäischen Ländern und die Möglichkeit einer Schulden-Umstrukturierung in Spanien und Portugal schreckt die in Paris ansässige Amundi davon ab, mehr Aktien zu kaufen. Dennoch könnten Marktrückgänge Amundi im späteren Jahresverlauf bewegen, die Aktieninvestments zu erhöhen, sagte Borowski. Das dürfte jedoch erst nach der am 22. September stattfindenden Bundestagswahl in Deutschland geschehen.

Bei absoluten Ertragsstrategien hat sich der Baranteil im vergangenen Monat auf 30 Prozent verdoppelt, berichtete Alain Pitous, stellvertretender Chief Investment Officer bei Amundi, am 27. Juni in einer E-Mail auf Fragen von Bloomberg News. Barmittel wurden unter anderem durch Verkäufe von Hochzinsanleihen sowie Aktien und Anleihen aus den Schwellenländern beschafft, erläuterte Pitous.

Amundi verwaltete Ende März ein Kapital von 746,2 Milliarden Euro. Die Gesellschaft war damit Europas größter Vermögensverwalter.


Agentur
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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Also grundsätzlich würde ich mir keinerlei Einzelaktien mehr antun. Auch bestimmt keinerlei der neuen innovativen Finanzprodukte (leider kann man ja heutzutage alles als Innovation verkaufen). Aus eigener Erfahrung fährt man mit Zertifikaten auf nationale Indizes (DAX) am besten - ist auch unkompliziert und breite Risikostreuung. Habe ab 1997 p.a. knapp 13% Reendite eingefahren plus Wiedereinzahlung der jährlich anfallenden Renditen.

    Nun zum Artikel. Da Amundi knapp 800Mrd€ verwaltet, würde es mich einmal interessieren inwiefern die Aktionen dieses Vermögensverwalters Geld im Bereich von über 400Mrd€ vom Kapitalmarkt abzuziehen nicht kritischer analysiert werden. Wer eine solche Marktmacht besitzt - davon gehe ich zumindest aus - hat doch überaus grossen Einfluss diese Situation, so wie sie geschildert wird, zu befördern. Wissentlich oder unwissentlich.

    Warum werden solche Kapitalsammelbecken (Amundi) nicht kleiner gehalten? Marktkonzentrationen in diesem Ausmaß werden als unproblematisch angesehen?

  • Im Moment ich würde in kleinen Mengen vorsichtig anfangen etwas Gold zu kaufen...

    Der Tiefpunkt sollte nicht mehr weit sein...

  • Als "NUR-Anleger" bin ich in letzter Zeit mehr als verunsichert! WAS denn nun??? werde eine Immobilie verkaufen - bin im Moment noch am Überlegen, WIE das Geld angelegt werden soll. Kleinere Immobilie, Pflegeimmobilie, Akten, aber WELCHE, Tagesgeld ???? So viele offene Fragen - aber die meisten Banker, sorry, können mir nichts Passendes anbieten. Ich bin jedoch Risikoscheu!

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