Regenerative Energien
Technologie mit guter Perspektive

Mit Investitionenn in den Klimaschutz wollen die Regierungen weltweit die Konjunktur ankurbeln. Darum bieten Anlagen in erneuerbare Energien langfristig gute Rendite-Chancen. Doch alternativ ist nicht gleich erneuerbar: Anleger sollten bei den Produkten auf die Zusammensetzung ihrer Investments achten.
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BERLIN. Das Thema Erneuerbare Energien wird derzeit rege diskutiert: Netzbetreiber und Politiker der neuen Koalition halten Ökostrom für zu teuer und plädieren für eine geringere Solarstromvergütung und längere Reaktorlaufzeiten. Wissenschaftler und Umweltorganisationen erstellen Gegenrechnungen. Danach führt der wachsende Anteil von Strom aus Wind, Sonne, Wasser und Bioenergie zu "Kosten senkenden Effekten in Milliardenhöhe" und einer Preis dämpfenden Wirkung, so die Deutsche Umwelthilfe. In einem offenen Brief an die neue Koalition warnten Ökonomen und Energieexperten vor einer Laufzeitverlängerung. In die Kritik gerät auch die ab 2010 geltende Neuregelung zum Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Wie viel EEG-Strom verbraucht wird, ist dann nicht mehr zwingend vorgegeben, sondern hängt von den Preisen an Strombörsen und Entscheidungen der Versorger ab. "Dies kann den Ausbau der Erneuerbaren Energien gefährden", warnt Prof. Lorenz Jarass von der RheinMain University Wiesbaden.

Unabhängig von aktuellen Beschlüssen sind regenerative Energien aus Expertensicht unabdingbar für die künftige Strom- als auch Wärmeversorgung. Wind- und Biomasseenergie seien oft schon wettbewerbsfähig, und Solarstrom vertrage eine gewisse Kürzung der Einspeisevergütung.

Überdies profitieren grüne Technologien rund um den Globus von Konjunkturprogrammen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet, dass sich der Weltmarkt bis 2020 auf knapp zwei Billionen Dollar gegenüber 2004 vervierfacht. Analysten halten Erneuerbare Energien langfristig für Erfolg versprechend. Von der Wirtschaftskrise seien sie weniger betroffen als andere Branchen, hieß es auf einer Veranstaltung der Technischen Universität Berlin.

Langfristig orientierten Anlegern bieten die zukunftsträchtigen Technologien somit interessante Chancen. Die Investmentprodukte am Markt lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen: Anbieter lancieren nicht nur auf Erneuerbare Energien fokussierte Investmentprodukte, sondern auch solche, die zudem andere Umwelttechnologien unterstützen. Die Diversifizierung dient der Risikosenkung.

Zudem setzt sich die Erkenntnis durch, dass der Klimawandel milliardenschwere Investitionen erfordert, um Schäden zu verhindern, die bereits jetzt jährlich mehrere Milliarden Euro betragen. "Wir halten deshalb nach attraktiven Investments in Dienstleistungen, Infrastruktur und Gebäudetechnologie Ausschau, deren Ziel die Anpassung an den Klimawandel ist", sagt Michael Riley, Analyst der Schweizer SAM.

Anleger sollten bei Klimaprodukten allerdings genau die Zusammensetzung prüfen. Denn anders als etwa bei den "reinen" Fonds Delta Lloyd L New Energy oder Kepler Öko Energien sind oft neben Erneuerbaren Energien auch Konzerne enthalten, deren Kerngeschäft auf herkömmlichen Energien basiert. So beinhaltet der KBC Eco Fund Climate Change den Kohle- und Atomstromlieferanten E.on. Der ETFX Dax Global Alternative Energy Fund enthält Aktien des russischen Erdgasriesen Gazprom. Vorsicht also vor dem Begriff "alternativ": Er ist nicht gleichzusetzen mit erneuerbar.

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