Regulierung
Mehr Transparenz bei Hedge-Fonds gefordert

Nach den Milliardenverlusten beim US-Hedge-Fonds Amaranth hat sich nach Einschätzung der Bundesbank der Druck erhöht, in der weitgehend unregulierten Branche für mehr Transparenz zu sorgen.

HB FRANKFURT. „Der Amaranth-Verlust stellt keinen Einzelfall in der jüngsten Vergangenheit der Hedge-Fonds-Branche dar“, sagte der für die Bankenaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand Edgar Meister laut einer am Dienstag veröffentlichten Rede in Wien.

In Folge der Intransparenz der Branche seien ähnlichen Vorfälle bislang meist unter der Decke geblieben. Auch die Auswirkungen auf die Finanzmärkte seien begrenzt gewesen, was aber nicht zu trügerischer Sicherheit verleiten dürfe. „Vielmehr kann darin eine Warnung und eine Aufforderung zum Handeln gesehen werden“, sagte Meister.

Mittlerweile werden Meister zufolge von Hedge-Fonds rund 1,6 Billionen Euro an Kapital verwaltet. Amaranth hatte im September binnen weniger Stunden mit Engagements im Gasmarkt einen Verlust in Milliardenhöhe hinnehmen müssen. Dabei war rund die Hälfte des von dem Fonds verwalteten Vermögens von knapp zehn Milliarden Euro verbrannt worden.

Meister sprach sich einmal mehr gegen eine Regulierung von Hedge-Fonds aus. Nötig sei aber ein freiwilliger Verhaltenskodex und eine Bewertung der einzelnen Anbieter durch unabhängige Rating-Agenturen, sagte er. Anleger und andere Finanzmarktteilnehmer könnten so die Risiken besser beurteilen und damit Druck auf die Hedge-Fonds ausüben. „Ein solches externes Rating dürfte dazu beitragen, dass Risiko-Konzentrationen wie im Falle Amaranth vom Markt rechtzeitig wahrgenommen und entsprechend sanktioniert werden“, resümierte Meister.

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