Reifeprozess im High-Tech-Sektor
Profis setzen auf Wachstum

Wachstumsaktien bleiben trotz des Kurseinbruchs der vergangenen Wochen für viele Investoren eine interessante Anlagealternative. Fondsmanager wie Anko Beldsnijder von Mainfirst, die auf diese Werte setzen, sehen in den „Growth-Aktien“ gerade jetzt interessante Anlagechancen.

FRANKFURT. Aber auch konservativere Investoren wie Kai-Arne Jordan von Huber-Portfolio, die eher auf werthaltige, so genannte Value-Titel setzen, greifen inzwischen auch wieder zu Wachstumsaktien. „Unser Vorteil ist, dass wir kein reiner Value-Investor sind, weshalb wir auch gerne in Growth investieren“, sagt Jordan.

Die unterschiedlichen Anlagestile zwischen „Value“ und „Growth“ beschäftigen seit Jahrzehnten die Investoren. Während auf der Value-Seite Substanzaktien von gewöhnlich etablierten Unternehmen mit soliden Gewinnen und geringem Risiko stehen, zeichnen sich Growth-Werte durch mehr Spekulation aus. Sie bieten aber auch die Chance auf höhere Kursgewinne. Nach dem Platzen der Internet-Blase zur Jahrtausendwende haben sich viele Investoren, die einstmals Wachstumstitel favorisierten, der Value-Seite zugewandt, zumal diese auch auf lange Sicht die deutlich besseren Erträge brachten. Nur noch fünf Prozent aller Investoren favorisierten derzeit den Growth-Ansatz, schätzt Fondsmanager Beldsnijder. Der Rest gehört zur Value-Fraktion. Aktuell geht der Trend jedoch dahin, dass beide Parteien aufeinander zugehen und deren Anlagestile mehr und mehr miteinander verschmelzen.

Gerade die großen Wachstumstitel sind Beldsnijder Ansicht nach derzeit aber besonders günstig. Beispielsweise ist die Aktie des österreichischen Wettanbieters Betandwin.com nach einem Kurssturz in den letzten Wochen von knapp 30 Prozent derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von acht bewertet. „Nur weil hier Assoziationen zum Internet geweckt werden, gerät die Aktie in Zeiten rapide fallender Kurse besonders unter Druck“, sagt Beldsnijder. Ähnliches gilt für die niederländische Tomtom. Die Aktie des Navigationsgeräte-Herstellers ist aktuell zu einem KGV von zehn zu bekommen. Auf Branchenseite favorisiert er Pharma-Titel wie Novartis und Roche. Generell spricht für Wachstumstitel derzeit auch der Reifeprozess, den gerade Branchen wie Logistik, Halbleiter, Telekom, Internet, Biotechnologie oder Software in den letzten Jahren durchlaufen haben. „Diese Branchen sind inzwischen frei von Hype“, sagt Karl Fickel, Fondsmanager bei Lupus Alpha. Jedoch tragen sie noch immer die Hypothek des letzten Börsencrashs mit sich.

Eine deutliche Überbewertung sehen die Experten auch nach der jüngsten Kurskorrektur aber noch immer bei den Solar-Aktien. „Wer jetzt schon wieder auf diese Branche setzt, der muss von Wachstumsraten von über 20 Prozent für die nächsten Jahre ausgehen“, sagt Fickel. Dies werde jedoch nur einigen Unternehmen der Branche gelingen, der breiten Masse aber sicher nicht.

Zur Auswahl geeigneter Wachstumstitel empfiehlt Beldsnijder folgende Qualitätskriterien: eine Shareholder-Value-Orientierung, eine führende Marktposition, verlässliches überdurchschnittliches Marktwachstum, Qualität des Managements sowie strategischer Einsatz von Informationstechnologie.

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