„Reinigendes Gewitter“
Mischfonds stecken Kurskorrektur gut weg

Als "reinigendes Gewitter" hat Markus Stillger die im Februar von den chinesischen Börsen ausgehende Kurskorrektur empfunden und begrüßt. "Jetzt konzentrieren sich die Marktteilnehmer wieder auf Fakten", sagt der Partner der Limburger Vermögensberatung MB Fund Advisory.

HAMBURG. Die Anleger des von Stillger beratenen Mischfonds HAIG MB Max Global von Hauck & Aufhäuser blieben trotz des chinesischen Unwetters weitgehend trocken. Der Anteilspreis stieg im Februar gegen den Trend um 5,24 Prozent. Bei einem Zwölf-Monats-Plus von 20,22 Prozent liegt der Fonds an der Spitze aller 278 von Feri Rating & Research erfassten Mischfonds, die über die Höhe der jeweiligen Aktien- und Rentenquote völlig frei entscheiden können.

"Einige Einzeltitel wiesen im Februar extrem positive Ergebnisse auf", begründet Stillger das gute Abschneiden. Auf Distanz gehalten haben die schwarzen Wolken unter anderem die beiden Windanlagen-Hersteller Nordex und Repower, die zusammen 14 Prozent des Fondsvermögens ausmachen. Auch Titel wie VW, Biotest und der Finanzdienstleister Aragon setzten ihren Kursanstieg Anfang März nach kurzer Pause fort.

Die zwischenzeitlich auf 15 Prozent gestiegene Barreserve des HAIG MB Max Global hat Stillger inzwischen fast vollständig wieder abgebaut. Die besten Chancen sieht der Fondsberater nach wie vor in Europa und dort speziell bei deutschen Aktien, die er aktuell mit rund 43 Prozent gewichtet. Auf die USA entfallen zwölf und auf Japan knapp fünf Prozent. Alle auf Dollar lautenden Positionen sind währungsgesichert.

Ähnlich wie Stillger hält Ekkehart Schwartzkopff, Berater des auf Rang vier liegenden Star-Portfolio-UI-Fonds von Universal Investment, derzeit ebenfalls keine Renten im Portfolio. Weitere Gemeinsamkeit: Auch Schwartzkopff favorisiert mit einem Anteil von deutlich über 40 Prozent sehr stark ein einzelnes Land, in diesem Fall allerdings Österreich. "Das Osteuropa-Geschäft vieler österreichischer Unternehmen läuft nach wie vor ausgezeichnet", sagt der Münchener Vermögensberater. Zudem habe die Regierung in Wien angekündigt, mit der Gründung eines nationalen "Österreich"-Fonds gegen den Ausverkauf der heimischen Wirtschaft vorzugehen. "Das stützt die Kurse", sagt Schwartzkopff, und deshalb habe sich die Wiener Börse schneller als andere vom China-Schock erholt. Was Stillger als "Gewitter" bezeichnet, ist für ihn vor allem die Folge eines anderen, ganz konkreten Naturereignisses: "Anfang März gab es eine Mondfinsternis, und das hat viele der traditionell abergläubischen Aktionäre in Schanghai und Shenzhen im Vorfeld ihre Gewinne mitnehmen lassen."

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