Rendite von Staatsanleihen mit guten Bonitäten sinkt
Zinsniveau schmälert Fondsertrag

Die aktuelle Monatsbilanz der weltweiten Rentenfonds fällt negativ aus. Denn nur wenige der festverzinslichen Papiere mit vergleichsweise guten Bonitätsnoten bieten den Anlegern derzeit eine hohe Rendite. Allenfalls im Hochzins-Segment und bei Staats- und Unternehmensanleihen aus ausgewählten Schwellenländern erwarten Experten noch Chancen für eine bessere Wertentwicklung als der Durchschnitt.

FRANKFURT. In den vergangenen zwölf Monaten erwirtschafteten die 175 internationalen Rentenfonds einen Wertzuwachs von sechs Prozent (siehe Tabelle). In den vier Wochen im Mai 2009 verloren die Produkte jedoch schon wieder: Sie kamen in dem Zeitraum auf einen Gesamtverlust von rund einem Prozent.

Der CCAM Funds Global Aggregate steht mit einem Zwölf-Monats-Ertrag von knapp 30 Prozent noch ganz oben in der Feri-Hitliste. Und er bescherte seinen Anlegern auch knapp zehn Prozentpunkte mehr Ertrag als der zweitplatzierte Templeton Global Bond Fonds.

Allerdings könnte es mit der Führungsposition des CAAM-Produktes schon bald vorbei sein. Denn Fondsmanager Philippe Jauer gewichtet derzeit europäische Staatsanleihen stark über. "Die Länderallokation steuerte leicht negativ zum Ergebnis bei", sagt Jauer. Die Differenz zwischen den lang- und kurzfristigen Anleihezinsen sinkt. Und vor allem in Europa drückt diese flachere Zinskurve auf die Fondsrendite. Auch sein Engagement in Staatsanleihen aus Schwellenländern minderte das Fondsergebnis. Den einzigen positiven Beitrag leisteten seine Positionen in Unternehmensanleihen.

Mehr Glück mit seiner jüngsten Allokation hatte Gregory Saichin vom Pioneer Funds Euro Strategic Bond. Das Produkt steht auf Zwölf-Monats-Sicht zwar mit einem Verlust von 18 Prozent auf dem vorletzten Platz der Feri-Fondsstatistik. Das Plus von rund 15 Prozent im vergangenen Mai fällt jedoch im Vergleich zu allen anderen Produkten der Kategorie besonders positiv auf. Der Fonds setzt ein Viertel seines 551 Mio. Euro großen Vermögens auf Schwellenländer-Anleihen. "Dazu gehören auch Instrumente aus dem Hochzinssegment unterhalb des Investmentgrade", sagt Saichin. Rund die Hälfte des Portfolios steckt in Anleihen mit einem B-Rating oder niedriger.

"Wir favorisieren weiterhin Unternehmensbonds gegenüber Staatsanleihen", sagt Daniel Brupbacher vom Anlagekomitee der Crédit Suisse. Bei den Renditen für Staatsanleihen erwarten er und sein Zinsexperte Dilip Rasgotra kurzfristig keinen Aufwärtstrend.

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