Renditeaufschläge machen die Verbriefungen attraktiv
Fondshäuser bieten für Profis reine ABS-Fonds

Besonders professionelle Anleger suchen angesichts der niedrigen Renditen am Geldmarkt nach lukrativeren Anlagealternativen ohne zusätzliches Risiko. Am stark wachsenden Markt für verbriefte mit Forderungen besicherte Anleihen (Asset Backed Securities, ABS) lassen sich für Titel mit sehr guter bis guter Bonität (Ratings von AAA bis A) immerhin 0,4 bis 1,0 Prozentpunkte mehr als am Geldmarkt verdienen.

FRANKFURT/M. ABS sind Wertpapiere, die mit Forderungen aus Hypotheken- oder Konsumentenkrediten besichert sind. Die Forderungen werden an eine Zweckgesellschaft übertragen. Die begibt die ABS, die meist so strukturiert werden, dass ein Großteil der Emission die Spitzenbonität AAA erhält. Ähnlich funktionieren Verbriefungen von Kredit- oder Anleiheportfolios, die dann als Collateralised Debt Obligations (CDOs) begeben werden.

Reizvoll erscheint vielen Investoren an ABS auch die geringe Korrelation mit der Entwicklung von Aktien und Anleihen sowie die recht stabile Bonität der Titel. Da diese Papiere aber wenig liquide und wegen ihrer Komplexität aufwendig zu analysieren sind, stellen Fondsgesellschaften eine starke Nachfrage nach diesen Produkten über Fonds fest. „Vor allem Banken interessieren sich für ABS-Fonds,“, stellt Rudolf Apenbrink, Geschäftsführer bei HSBC Trinkaus Capital Management, fest. HSBC hat im Juli einen ABS-Fonds aufgelegt, der von der auf Verbriefungen spezialisierten Zais Group gemanagt wird.

Wurden ABS bislang eher über Spezialfonds für jeweils wenige große Kunden angeboten, kommen die Fondshäuser nun mit offenen reinen ABS-Fonds auf den Markt. So hat auch die Deutsche-Bank-Tochter DWS Ende Oktober einen geldmarktnahen ABS-Fonds aufgelegt. Fondsmanager Markus Hammes investiert in ABS und CDOs. Die Bonität liegt zwischen AAA und A. Mit dem Fonds will Hammes eine Rendite bieten, die 0,3 Prozentpunkte über dem Geldmarktzinssatz Euribor liegt. HSBC strebt sogar einen Aufschlag von 1,0 Prozentpunkt an. Dafür investiert der Fonds zur Hälfte in ABS mit dem nicht mehr ganz so guten Rating BBB. Dazu kommen CDOs, die wegen des höheren Risikos ein Mindestrating von A haben müssen.

Der geldmarktnahe ABS-Fonds der Schweizer Bank Lazard, der hier über BHW Invest angeboten wird, will mit Titeln durchschnittlicher Bonität von AA 0,5 Prozentpunkte mehr als der Euribor erzielen. Der erste deutsche reine ABS-Fonds der Cominvest, der im Sommer aufgelegt wurde, setzt auf gut bis sehr gut bewertete europäische ABS.

Relativ geringe Mindestanlagesumme

Die Fonds sind als Publikumsfonds konzipiert, obwohl sie sich an an professionelle Investoren richten. Die Fondshäuser wollen Profis damit eine unkomplizierte Gelegenheit zum Einstieg in das Marktsegment bieten. Anleger können so ABS-Investments zunächst testen, bevor sie größer einsteigen, heißt es bei Lazard. Darauf weist auch die für Profi-Anleger relativ geringe Mindestanlagesumme von 250 000 bis 1 Mill. Euro hin.

Private Anleger müssen sich bislang mit Fonds begnügen, die einen großen Teil in Verbriefungen investieren. Unter den geldmarktnahen Fonds investiert der „Activest Euro Geldmarkt Plus“ zu 90 % des Vermögens in ABS. Viele andere geldmarktnahe Fonds legen bis zu rund einem Drittel ihres Vermögens in die Verbriefungen an.

Andere Fonds agieren wie Rentenfonds und setzen auf ABS und Unternehmensanleihen wie der „FT ABS Plus“ von Frankfurt Trust. Der „Nordea Danish MBS“ kauft Verbriefungen von Hypothekenkrediten (MBS) und skandinavische Anleihen. Zudem gibt es einige Fonds mit MBS aus den USA.

Für Private sehen Fondsexperten eher geringe Vorteile in ABS-Fonds. Bei den Tranchen mit Spitzenbonität sei der Unterschied zu Geldmarktfonds zu gering. So gehört der Activest-Fonds nach Berechnungen des Fondsresearchhauses Feri Trust mit einer Wertentwicklung von 2,85 % in den letzten zwölf Monaten zu den besten Fonds der Kategorie, hängt die Geldmarkt-Konkurrenz aber nicht ab. Tranchen mittlerer und geringer Bonität gelten wegen ihrer geringen Liquidität als problematisch für einen Publikumsfonds. Anleger müssten hier lange investiert sein. Außerdem fürchten Fondsgesellschaften den hohen Beratungsbedarf für Privatanleger bei den komplexen reinen ABS-Fonds.

Das Volumen der ABS-Emissionen in Europa hat sich nach Berechnungen von Dresdner Kleinwort Wasserstein in den vergangenen drei Jahren auf knapp 170 Mrd. Euro mehr als verdoppelt.

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