Renditebilanz
Ein verlorenes Jahr

Anleger haken das vergangene Jahr ab. Nur knapp jeder zehnte Fonds schaffte es in die schwarzen Zahlen. Wer auf Anleihen und Dollar-Wertpapiere setzte, machte einen guten Schnitt.
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FrankfurtVon Krise keine Rede: Ende 2011 steht der Deutsche Aktienindex bei 7605 Punkten. Verglichen mit der Wirklichkeit ist das ein Fünftel höher. Aber so stellten sich die Bankanalysten in ihren Jahresausblicken Ende 2010 das Folgejahr vor. Wieder einmal war es Essig mit Prognosen. Auch bei den Zinsen lagen die Fachleute völlig daneben. Die Experten hatten die Dynamik der weltweiten Überschuldungskrise, die Folgen der Entscheidungen von Politikern und Notenbankern für die Finanzmärkte völlig unterschätzt.

Unter diesen Unsicherheiten ist es kein Wunder, dass auch viele Geldverwalter und ihre Anleger ein verlustreiches Jahr bilanzieren müssen. Eine Handelsblatt-Auswertung für Fondsanlagen mit den Daten der Analysefirma Feri Eurorating zeigt das eindrucksvoll. Feri wählte 36 Fonds-Anlageschwerpunkte aus. In nur elf davon produzierte der Durchschnitt der Fonds schwarze Zahlen. Die große Mehrheit schrieb Verluste. Zwischen Top und Flop liegen Welten: Die beste Gruppe schaffte ein Plus von 9,1 Prozent, bei der schlechtesten steht ein Verlust von 27,0 Prozent zu Buche.

Anleger kamen nur mit einem blauen Auge davon, wenn sie defensive Strategien verfolgten und gute Depotverwalter hatten. Selbst bei den gebeutelten Aktienfonds konnte sich der Anleger mit einem glücklichen Händchen retten: Manche reinen Aktienverwalter erwirtschafteten unter schlechtesten Bedingungen Gewinne für ihre Anleger. Ein gutes Beispiel sind die Depots für Rohstoffwerte: Der Beste schaffte 2,7 Prozent Plus, der Durchschnitt miserable -19,0 Prozent, der Schlechteste erwirtschaftete satte 40,4 Prozent Verlust. Einige der erfolgreichen Konzepte im vergangenen Jahr stellen wir auf der nächsten Doppelseite vor.

Die Geschichte der wenigen Gewinner 2011 ist schnell erzählt. Gewinnen bedeutete im vergangenen Jahr: keinen Verlust machen. Gut waren Dollar-Anlagen und erstklassige Anleihen. Für deutsche Anleger hatte die Euro-Krise zumindest einen Vorteil. „Der Dollar wertete gegen die Gemeinschaftswährung auf, und die US-Märkte hielten sich besser“, sagt Rüdiger Sälzle, Vorstand der Beratungsfirma Fonds Consult.

Daher waren Dollar-Investments in Euro-Rechnung ein Vorteil. „Das hat viele Experten überrascht“, sagt Andre Härtel, Analyst bei Feri Eurorating, „aber in Krisenzeiten bleibt der Dollar die Welt-Fluchtwährung, gerade dann, wenn Europa schwächelt.“ Ganz konsequent führen Anleihefonds für US-Dollar-Papiere die Hitliste an.

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