Renditequellen
Hedge-Fonds halten Ausschau nach neuen Anlageklassen

Klimawandel, Wasser, Strom – durch ihre Suche nach neuen Renditequellen dürften Hedge-Fonds in Zukunft zu den treibenden Kräften bei der Entstehung neuer liquider Märkte werden. Das zeigt eine Umfrage des Handelsblatts unter Hedge-Fonds-Managern und Terminbörsen.

FRANKFURT. Die renditehungrigen modernen Finanzinvestoren haben dabei zuletzt unter anderem die Themen Klimawandel. Wetterderivate, Volatilität, Wasser, agrar- und forstwirtschaftliche Nutzflächen, Strom, Uran oder auch Strategische Metalle im Blick. Dies zeigt eine Umfrage des Handelsblatts unter Hedge-Fonds-Managern und Terminbörsen.

Nachdem Hedge-Fonds dafür gesorgt haben, dass die traditionellen Finanzmärkte für Aktien und Anleihen sehr liquide und dadurch auch sehr effizient sind, halten sie jetzt Ausschau nach ineffizienten Märkten, in denen sie ihre Expertise in Gewinn bringende Transaktionen einbringen können. „Hedge-Fonds werden dann die Liquidität und Effizienz dieser noch unterentwickelten Märkte erhöhen“, sagt Christian Benigni von First Avenue Partners in London.

Am weitesten fortgeschritten sind die Aktivitäten von Hedge-Fonds im Themenkomplex Klimawandel. So beobachtet die weltweite größte bankenunabhängige Hedge-Fonds-Gesellschaft Man Group diese Märkte mit großer Aufmerksamkeit, wie Researchchef Thomas Della Casa betont.

„Der Klimawandel übt auf die Branche der Asset–Manager einen enormen Reiz aus“, sagt Dieter Rentsch vom Hamburger Finanzhaus Aquila Capital, das jetzt mit einem zweiten Klimafonds am Markt ist. Der Fonds investiert in Certified Emission Rights (CER). Das sind Zertifikate, die von Organen der UN-Klimarahmenkonvention und des Kyoto-Protokolls für die erfolgreiche Ausführung von Klimaschutzprojekten (wie Aufforstung) ausgegeben werden. In diesem Kontext sind auch die zunehmenden Aktivitäten von Hedge-Fonds im Handel mit Energie festzustellen. „Hedge-Fonds machen heute bereits einen großen Teil des Handels an unserer Strombörse aus“, sagt Maik Neubauer, Vorstandsmitglied der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig.

„Die Anlageklasse Volatilität ist für Hedge-Fonds sehr spannend“, sagt Michael Wexler, der die Londoner Hedge-Fonds-Firma Maple Leaf Capital leitet. Gerade nach den jüngsten Turbulenzen lassen sich interessante Anlagestrategien mit dem Handel von Volatilität – einer mathematischen Kennziffer für das Ausmaß der Kursfluktuationen an den Finanzmärkten – umsetzen. Laut Wexler können Arbitragestrategien auf die Volatilität der Aktienindizes Standard & Poor’s auf der einen und Nasdaq auf der anderen Seite verfolgt werden. Überraschend ist, dass der S&P-500 derzeit eine höhere Volatilität aufweist als der Nasdaq-Index. Als spannend wird von Hedge-Fonds auch das Thema Wetter betrachtet. Akteure wie D.E. Shaw und Tudor Investments setzen ein Heer von Statistikern und Meteorologen ein, um aus Wettertrends neue Anlagestrategien zu entwickeln.

Die Anlageklassen der Zukunft

Energiehandel: Verschiedene Hedge-Fonds haben sich darauf spezialisiert, neben dem wichtigsten Energieträger Rohöl auch Erdgas, Strom, Uran oder Kohle zu handeln. Dabei werden durch Kombinationsstrategien Preisineffizienzen zwischen den einzelnen Energieträgern ausgenutzt.

Klimawandel: Darüber hinaus kombinieren immer mehr Hedge-Fonds-Manager – ähnlich wie die Händler der großen Energieversorger – diese Strategien auch mit dem an Bedeutung gewinnenden Handel von CO2-Emissionszertifikaten oder CER-Zertifikaten.

Wetterderivate: Daneben haben sich Hedge-Fonds auf den Handel mit Wetterderivaten spezialisiert. Denn Wetter hat einigen Einfluss auf den Verbrauch von Energieträgern.

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