Renditeziel 20 Prozent
Deutsch-Banker will Hedge-Fonds gründen

Noch arbeitet er in der Securities-Abteilung der Deutschen Bank, doch bald will Ryo Ishiyama einen Hedge-Fonds gründen: Seine Investoren sollen dabei keine Forderungen stellen, sondern einzig seiner Strategie vertrauen.
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FrankfurtRyo Ishiyama, derzeit noch Mitarbeiter von Deutsche Securities Inc., will einen eigenen Hedge-Fonds auflegen. Dieser soll weltweit in Rohstoff-Futures investieren und möglicherweise bereits im Juli dieses Jahres an den Start gehen. Der Fonds wird einer CTA-Strategie folgen. Bei dieser werden Computerprogramme eingesetzt, um in börsengehandelte Terminkontrakte in aller Welt zu investieren, erklärte der 32-Jährige. Vor diesem Hintergrund hat er im Oktober 2011 seine eigene Firma in Tokio gegründet. Sie trägt den Namen Steinberg Capital Co.

Zum Start verfügt der Fonds den Planungen zufolge über ein Anlagekapital von 300 Millionen Yen (2,9 Millionen Euro), wovon 200 Millionen Yen von Ishiyama selbst kommen. Innerhalb eines Jahres will der Banker bis zu eine Milliarde Yen für seinen neuen Hedge-Fonds von Investoren einsammeln. „Was ich nicht anbieten will, sind Investments, die den Forderungen von Investoren folgen. Stattdessen will ich Investoren gewinnen, die meine Strategie verstehen und bereit sind, gerade wegen meiner Strategie Geld zu investieren”, sagte Ishiyama in dem Gespräch weiter.

Ziel seines Fonds ist es, eine jährliche Rendite von rund 20 Prozent zu erzielen. Die Investments sollen unter anderem an der New York Mercantile Exchange, der größten Rohstoffbörse der Welt, und an der Tokyo Commodity Exchange erfolgen. Ishiyama ist sich sicher, dass er Investoren Geld bringen kann. Er hat eigenen Angaben zufolge im Jahr 2006 damit begonnen, 10 Millionen Yen seines eigenen Vermögens zu investieren. Aus dieser Summe sind inzwischen 200 Millionen Yen geworden - durch Nutzung einer systematischen Handelsstrategie.

Klassische CTA-Strategien - die auf Computer-Modellen basieren, die historischen Preiskurven folgen - entwickeln sich meist besonders dann gut, wenn die Märkte klaren Trends folgen. Sie machen allerdings oft Verluste, wenn der Markt plötzlich die Richtung wechselt. Die Benchmark Eurekahedge CTA/Managed Futures Hedge Fund Index hat bis April diesen Jahres rund 0,6 Prozent eingebüßt. „Ich will nur so viel Geld einsammeln, wie die Strategie im Moment hergibt - bis ich das System verbessert habe”, sagte Ishiyama. „Für den Moment will ich mich darauf konzentrieren, privates Geld zu verwalten, welches hauptsächlich mein eigenes ist, um mir einen Namen zu machen.”

Fast 21 Prozent aller japanischen Pensionsfonds wollen den Anteil alternativer Investments im dem am 1. April begonnenen Geschäftsjahr ausbauen, wie eine Umfrage von JPMorgan Chase & Co. zeigte. Der Anstieg bei den alternativen Investments war der größte unter zehn Anlageklassen.

Ishiyama wird Deutsche Securities - wo er Derivate-Produkte nach der Anstellung in 2010 entwickelte - am Ende des laufenden Monats offiziell verlassen. Seine Karriere hatte er 2002 bei Daiwa SB Capital Markets begonnen. Dort war er ein Händler von Aktien-Derivaten. Weitere berufliche Stationen führten ihn zu Citigroup Global Markets und Morgan Stanley in Tokio, wo er ebenfalls Derivate-Produkte entwickelte.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • ...gute Idee...
    ...guter Mann...

    Wo darf ich mich anstellen??? ;-)

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