Rentenfonds
Am Tropf der US-Konjunktur

Bei europäischen Rentenfonds überwiegen im Zwölf-Monats-Bereich noch immer die Minuszeichen. Der Dit-Manager hofft auf Rendite außerhalb Euro-Lands und setzt auf britische, schwedische und Schweizer Anleihen.

HAMBURG. Im Durchschnitt verloren die 71 europäischen Rentenfonds 0,66 Prozent. Deutlich besser lief es für den Dit-Europazins K. Während der Fonds 2005 noch zu den Schlusslichtern zählte, belegt er in der aktuellen Statistik mit einer Wertentwicklung von 0,61 Prozent Rang drei.

Der Dit-Fonds ist ein so genannter Kurzläuferfonds, er investiert hauptsächlich in Papiere mit einer Restlaufzeit von einem bis drei Jahren. "Kurzläufer reagieren zwar relativ unempfindlich auf Zinsänderungen. Aber das Umfeld für die Papiere durch die Zinspolitik der europäischen Zentralbank war nicht positiv", sagt Fondsmanager Ulrich Katz. Zur Performance-Auffrischung hat er daher 30-jährige Anleihen beigemischt, die gute Zinserträge brachten.

Zudem ist der Dit-Manager im Ein-Jahres-Bereich von Euro-Land nach Großbritannien ausgewichen. Katz: "Die britischen Kurzläufer entwickelten sich um einiges besser als Euro-Anleihen. Davon hat der Fonds in den vergangenen Monaten am meisten profitiert." Auch in Zukunft hofft der Dit-Manager auf Rendite außerhalb Euro-Lands. "Wir setzen auf Großbritannien, die Schweiz und auf Schweden", sagt Katz.

Für Koen Van de Maele hängt die künftige Rentenmarktentwicklung entscheidend von der US-Konjunktur ab. "Ein stärker als erwartetes Abkühlen der US-Wirtschaft kann auch das Wachstum 2007 in Euro-Land beeinflussen", sagt der Manager des Dexia Bonds Europe Government Plus. Die europäische Zentralbank habe noch keine Leitlinie für 2007 herausgegeben. Bis klare Wirtschaftsdaten herauskommen, erwartet Van de Maele nach Dezember keine weiteren Zinserhöhungen. Der Dexia-Manager und sein Team bleiben gegenüber Kurzläufern daher wachsam. Sie erwarten aktuell mehr Gewinne am langen Ende der Zinskurve. Auch der Dexia-Fonds geht mit einem leichten Plus aus den vergangenen zwölf Monaten hervor. "Als im Frühjahr die Zinsen stiegen, hatten wir Kurzläufer übergewichtet, im Sommer sind wir dann auf Langläufer umgestiegen", sagt Van de Maele.

Rentenfonds gehören zu den Schwerpunkten von Dexia Asset Management, einer Tochter der französisch-belgischen Dexia-Gruppe. Im Zuge einer europäischen Expansionsstrategie will das Fondshaus nun den deutschen Markt erobern. Dazu hat es vor wenigen Wochen die erste Niederlassung eröffnet. Von den rund 100 Dexia-Fonds sind aktuell 59 in Deutschland zum Vertrieb zugelassen. Für Privatanleger werden die Fonds vor allem über den freien Fondsvertrieb und über institutionelle Distributoren wie Banken vertrieben.

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