Rentenfonds bringen den Erfolg – Cominvest leidet unter Strategie der Commerzbank
Allianz-Fondstochter AGI hängt die Konkurrenz im Vertrieb ab

Mit 7,2 Mrd. Euro sammelte die Allianz-Dresdner-Fondstochter AGI im ersten Halbjahr 2005 das meiste neue Anlegergeld in Wertpapierfonds unter den deutschen Fondsgesellschaften ein. Damit vereint die Allianz-Tochter rund ein Sechstel der gesamten Netto-Zuflüsse von 41,2 Mrd. Euro auf sich, wie der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) mitteilt.

rez FRANKFURT/M. Das größte deutsche Fondshaus, die Deutsche-Bank-Tochter DWS, erhielt 5,6 Mrd. Euro frisches Kapital. Die Sparkassentochter Deka und die genossenschaftliche Union Investment, die bei Publikumsfonds auf den Rängen zwei und drei liegen, verbuchten Zuflüsse von 2,3 Mrd. und 3,2 Mrd. Euro.

Die Nummer vier bei Publikumsfonds, die AGI, rückt dank des Rekordergebnisses näher an die Konkurrenten heran. Nach BVI-Angaben hat AGI den Marktanteil bei Publikumsfonds binnen eines Jahres um drei Prozentpunkte auf knapp 16 Prozent steigern können. Die größten drei Fondsgesellschaften haben hingegen leicht an Marktmacht eingebüßt, allen voran die Deka, die 1,4 Prozentpunkte abgab.

Bei AGI führt man „die höchsten Mittelzuflüsse in der Geschichte“ vor allem auf den Kassenschlager, den „Dit Euro Total Return Bond Fund“ zurück. In den Fonds gelangten mit rund drei Mrd. Euro über 40 Prozent des neuen Anlagegeldes. Allerdings gebe es auch in den anderen klassischen Anlageklassen, Aktien- und Mischfonds, zwei sehr erfolgreiche Produkte, die zusammen rund 2,3 Mrd. Euro Zuflüsse verbucht hätten, sagt Sprecher Matthias Jansen von AGI. Einen gewichtigen Anteil am Halbjahresabsatz habe der Vertrieb innerhalb des Dresdner-Bank-Konzerns. „Mehr als ein Drittel wurde über die Dresdner Bank verkauft“, sagt er. Damit habe der Fondsvertrieb in der Bank die Wende geschafft, sagte er. 2004 wurden dort noch Netto-Abflüsse verbucht. Auch der Drittvertrieb habe zugelegt.

Bei den Fondsgesellschaften fallen auch die hohen Zuflüsse von über zwei Mrd. Euro bei der Hypo-Vereinsbank-Tochter Activest auf. Auch hier zeichnet ein Rentenfonds der Modekategorie „Total Return“ verantwortlich. Der Activest Total Return, der absatzstärkste Anleihefonds insgesamt, verbuchte über die Hälfte der Activest-Zuflüsse.

Deutliche Abflüsse von knapp einer Mrd. Euro zeigt die Cominvest. Bei der Commerzbank-Tochter führt man dies auf den aktiven Vertrieb von Fonds fremder Anbieter in der Commerzbank-Gruppe zurück. „Wir stellen uns dem Wettbewerb“, sagt Cominvest-Sprecher Klaus Becker. Andere Banken verkauften nach wie vor fast nur eigene Fonds. In der Branche hält man diese offensive Strategie der Commerzbank allerdings für zweifelhaft. „Wenn ein Haus seine eigenen Produkte richtig schlecht macht, spricht sich das schnell herum bei Anlegern“, sagt ein Brancheninsider.

Auch der Marktführer für Indexfonds Indexchange verbuchte ein schwaches Halbjahr. Mit einem Kapitalzufluss von 0,4 Mrd. Euro floss der Hypo-Vereinsbanktochter nur ein Fünftel des Geldes des Vorjahreszeitraums zu. Bei Indexchange begründet man solche Schwankungen mit dem großen Anteil professioneller Kunden, die regelmäßig große Summen umschichteten. Konkurrenten sehen die Zahl aber auch als Indiz dafür, dass Anleger sich wieder stärker aktiv gemanagten Fonds zuwenden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%