Rentenfonds: Europa-Rentenfonds bevorzugen Euro-Papiere

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Europa-Rentenfonds bevorzugen Euro-Papiere

Andreas Bockberger und Gabriel Panzenböck haben ein eher seltenes Kunststück fertig gebracht: Sowohl auf Monats- als auch auf Jahressicht bewegte sich der von ihnen betreute Raiffeisen Euro Plus Rent nicht von der Stelle. Für beide Zeiträume zeigt der Vergleich der zehn volumenstärksten Europa-Rentenfonds durch Feri Rating & Research eine glatte Null.

HAMBURG. Mit diesem für sich allein genommen nicht gerade erstrebenswerten Ergebnis steht der Fonds der österreichischen Raiffeisen Capital Management jedoch gar nicht so schlecht da: Immerhin reicht es damit für Rang 25 unter 70 Angeboten. "Der Vergleichsindex des Fonds weist eine neutrale mittlere Restlaufzeit von sieben Jahren auf, dementsprechend liegt der Schwerpunkt des Euro Plus Rent grundsätzlich eher auf langen Laufzeiten", beschreibt Andreas Bockberger seine indexnahe Laufzeiten-Strategie, die ein Plus verhinderte. Gleichwohl sieht er sich mit der Ausrichtung für 2008 gut positioniert: "Wir erwarten von der Europäischen Zentralbank angesichts schwacher Konjunkturnachrichten eher Zinssenkungen als-erhöhungen", sagt er. Die damit verbundenen Kursgewinne am Rentenmarkt sollten dem Fonds zugute kommen.

Auf der Währungsseite setzt Bockberger auf den Euro, den er generell mit rund 75 Prozent gewichtet. Für die nächsten Monate plant er Zukäufe bei osteuropäischen Währungen, die er auf bis zu zehn Prozent aufstocken will. Dollaranleihen sieht er eher kritisch: "Auf diese Papiere setzen wir grundsätzlich nur über Derivate und kurzfristig als taktische Beimischung". Das sei zurzeit nicht der Fall.

Auch für Thomas Leonhard spielen Euro-Renten eine über- und Dollarpapiere eine untergeordnete Rolle. Er gewichtet letztere im Meag Eurorent nur mit 3,7 Prozent, hat aber generell die Möglichkeit, bis zu 25 Prozent des Fondsvermögens außerhalb Europas anzulegen. Der Meag-Manager erwirtschaftete in den vergangenen zwölf Monaten ein winziges Plus von 0,24 Prozent, was dem kleinsten der zehn Volumenschwergewichte unter allen Europa-Rentenfonds Rang 21 beschert.

Ähnlich wie das österreichische Managerduo setzt auch Leonhard auf eine lange durchschnittliche Restlaufzeit. Sie liegt bei 9,80 Jahren. Die Aussichten für den europäischen Rentenmarkt sieht er allerdings nicht nur positiv: "Die Kreditkrise ist noch nicht überstanden, dementsprechend bevorzugen wir aktuell nahezu ausschließlich Anleihen mit einer Bonität von mindestens AA", erläutert er und verweist auf die Zinszuschläge für risikoreichere Papiere: Diese seien nicht hoch genug, um die damit verbundene höhere Schwankungsanfälligkeit der Papiere zu kompensieren.

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