Rentenfonds
Fondsmanager scheitern mit Wette auf den Franken

Als vor neun Jahren der Euro eingeführt wurde, galt der Schweizer Franken als Fluchtwährung für alle, die nicht an eine Stärke des neuen Zahlungsmittels glaubten. Ausgezahlt hat sich diese Taktik jedoch nicht, wie der von Rekord zu Rekord eilende Euro-Kurs zeigt.

HAMBURG. Wer beispielsweise in den vergangenen drei Jahren sein Geld einem auf Schweizer Franken lautenden Rentenfonds anvertraute, erlitt dabei im Durchschnitt einen jährlichen Verlust von 1,49 Prozent (siehe Tabelle). Euro-Rentenfonds erzielten im selben Zeitraum einen durchschnittlichen Zuwachs von 1,50 Prozent.

Mit einem durchschnittlichen Dreijahresminus von 0,87 Prozent etwas freundlicher fällt die Bilanz für den UBS (Lux) Medium Term Bond Fund der schweizerischen Großbank UBS aus. Auf Sicht von zwölf Monaten erzielte dieser Fonds sogar einen Zuwachs von 2,47 Prozent, was unter 33 Angeboten der Vergleichsgruppe Rang sieben bedeutet. "Wir konzentrieren uns generell auf kurze bis mittlere Laufzeiten von bis zu zehn Jahren und investieren weltweit ausschließlich in Anleihen, die auf Schweizer Franken lauten", erläutert UBS-Rentenportfoliomanager Willy Schmassmann die Strategie des Fonds, die aktuell sehr eng am Vergleichsindex ausgerichtet ist.

Die derzeitige Situation am Schweizer Rentenmarkt begründet Schmassmann vor allem mit der Konjunkturlage in den USA: "Die Rezessionsängste haben in der Schweiz zu einem starken Rückgang der Zinsen geführt", sagt der UBS-Manager. Insgesamt sieht er wenig Anlass dafür, an der indexnahen Ausrichtung seines Fonds etwas zu ändern: "Angesichts der nach wie vor hohen Unsicherheit an den Kapitalmärkten behalten wir diese Positionierung vorerst bei und bleiben insbesondere gegenüber Anleihen von Finanzinstituten vorsichtig", sagt der UBS-Manager.

Anders als Schmassmann kann Christel Rendu de Lint mit dem UBAM Global Bond auch in Anlei-hen investieren, die nicht auf diese Währung lauten. Dort sichert sie allerdings sämtliche Positionen ab, um das Wechselkursrisiko auszuschalten. Dieser Ansatz hat sich bezahlt gemacht: Mit einem Wertzuwachs von 4,39 Prozent belegt der Fonds der Schweizer Union Bancaire Privée (UBP) im jüngsten Zwölfmonatsvergleich den Spitzenplatz.

Zu ihren Favoriten zählt Rendu de Lint derzeit Staatsanleihen aus Europa, während sie Papiere aus Japan und den USA untergewichtet. Die Managerin des in Genf ansässigen Finanzinstituts gibt sich zuversichtlich, dass in Schweizer Franken investierende Rentenfonds demnächst wieder mit Euro-Produkten gleichziehen oder sie sogar überholen. "Wir bewerten die Aussichten für die Währung positiv", bekräftigt sie.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%