Rentenfonds
Rentenfondsmanager nutzen Euro als Fluchtwährung

Mit einem Volumen von 759 Mill. Euro gehört der Axa World Funds Global Aggregate Bonds seit langem zu den größten weltweit anlegenden Rentenfonds auf dem deutschen Markt. Bei der Wertentwicklung besteht dagegen Nachholbedarf. Auch andere an globalen Indizes ausgerichtete Fonds rutschen ab. KBC schätzt Exoten.

HAMBURG. Mit einem Minus von 4,40 Prozent erzielte der Fonds des französischen Axa-Konzerns unter den zehn Schwergewichten seiner Kategorie das schlechteste Ergebnis (siehe Tabelle). Auch über längere Zeiträume sind die Ergebnisse eher schwach, so dass die Bad Homburger Analyseagentur Feri den Fonds mit der schlechtesten Rating-Note E bewertet.

Axa-Manager Alexandre Menendez führt die Ergebnisse vor allem auf den Anlageschwerpunkt des Fonds zurück: "Unser Vergleichsindex Lehman Global Aggregate besteht zu mehr als der Hälfte aus supranationalen und Unternehmensanleihen, die in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt eine deutlich niedrigere Rendite erwirtschafteten als Staatsanleihen." Erstgenannte Papiere machen 36 Prozent des Fondsvermögens aus. Enger an den Index hält Menendez sich an anderer Stelle: So weicht er bei vielen Währungen, darunter dem mit rund 30 Prozent vertretenen Euro, kaum vom Index ab.

Einen weitaus geringeren Anteil nimmt der Euro im KBC Bonds High Interest ein, der mit einem Plus von 2,97 Prozent das Feld der Schwergewichte anführt. Fondsmanager Karel de Cuyper hält nur sieben Prozent des Portfolios in der europäischen Leitwährung, vor einigen Monaten war der Anteil noch geringer. "Im Zuge der US-Hypothekenkrise wurde der Euro zur Fluchtwährung und damit wieder attraktiver", so de Cuyper.

Die größte Währungsposition hält der KBC-Manager in norwegischen Kronen, wo er vor allem kurze Laufzeiten als attraktiv ansieht. In Osteuropa zählt der Manager der belgischen KBC Bank die türkische Lira zu seinen Favoriten, die auf einen Anteil von rund acht Prozent kommt. Potenzial sieht er auch für australische Anleihen: "Diese gewichten wir derzeit mit rund zehn Prozent, da sie mit einem Zinsaufschlag von 230 Basispunkten gegenüber zehnjährigen deutschen Bundesanleihen gehandelt werden." Wie im Axa-Fonds auch spielen Dollar-Anleihen im KBC Bonds High Interest nur eine untergeordnete Rolle. "Mit US-Papieren ist derzeit keine Zusatzrendite möglich, lediglich mit auf Dollar lautenden Anleihen anderer Ländern, beispielsweise aus Russland und Brasilien", sagt de Cuyper. Insgesamt bewertet er die Aussichten für seinen Fonds positiver, als es die Lage vermuten lässt. "Die Investoren beginnen, sich an die Negativ-Schlagzeilen zu gewöhnen, so dass die zuletzt sehr hohe Risikoaversion eher rückläufig sein sollte", sagt der KBC-Manager, der darum keine weitere Erhöhung des Euro-Anteils plant.

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