Rentenmärkte
Globale Rentenfonds profitieren vom Dollar

Beim Management des Schroder ISF-Strategic Bond genießt Bob Michele freie Hand. Der Leiter des Renten-Teams der britischen Gesellschaft darf sowohl in Staatsanleihen als auch in Unternehmens- oder Schwellenländerpapiere investieren. Auf lange Sicht will er somit den US-Geldmarkt schlagen.

HAMBURG. Hypothekengesicherte Anleihen, so genannte Mortgage Backed Securities (MBS), sind ebenso erlaubt wie mit speziellen Forderungen hinterlegte Asset Backed Securities (ABS). Einen Vergleichsindex oder feste Anlagegrenzen muss Michele dabei nicht berücksichtigen. Sein Ziel: Kurzfristig will er auf Dollarbasis in jedem Fall ein positives Ergebnis erzielen, langfristig den US-Geldmarkt schlagen.

Letzteres ist ihm in den vergangenen zwölf Monaten problemlos gelungen. Mit einem Wertzuwachs von 13,22 Prozent führt der Schroder ISF-Strategic Bond den jüngsten Vergleich von 187 globalen Rentenfonds an. Performance-Bringer waren unter anderem amerikanische MBS und Schwellenländer-Staatsanleihen. Für die Aufteilung des Portfolios auf die einzelnen Rentenmärkte und Währungen ist Michele zuständig; insgesamt 29 Fondsmanager und 22 Analysten aus London, New York, Tokio, Hongkong und Singapur suchen anschließend nach attraktiven Einzeltiteln. Derzeit sind rund 80 Prozent des Fondsvermögens in Dollar-Papiere angelegt. Anleger, die kein Währungsrisiko eingehen möchten, müssen auf den nach gleichem Konzept gemanagten, aber zu mindestens 80 Prozent gegen Euro abgesicherten Schroder ISF-Euro Strategic Bond (Zuwachs seit April 2005: 0,86 Prozent) zurückgreifen.

Nur eine Variante gibt es vom auf Platz sechs liegenden Western Asset Global Multi Strategy von Legg Mason. Dessen Portfolio besteht überwiegend aus ungesicherten Dollarpapieren. "Damit gehen Anleger ähnlich wie bei der Dollar-Variante des Schroder-Fonds eine hohe Währungswette ein, die die Wertentwicklung ziemlich unkalkulierbar macht", sagt Thomas Portig. Der Leiter des Fondsanalyse-Teams von H.C.M. Capital Management ergänzt: "Die Entwicklung des Dollars hat einen viel höheren Einfluss auf die Performance als die Restlaufzeit der Papiere oder die Bonität der Firmen." Während Zinsprognosen inzwischen eine relativ hohe Trefferquote aufwiesen, gebe es im Währungsbereich nur sehr wenige Beispiele, bei denen die Experten auf Dauer richtig gelegen hätten. "Deshalb bevorzuge ich Fonds mit Absicherung", sagt Portig. Zudem sei der Legg-Mason-Fonds deutlich aggressiver aufgestellt als das Schroder-Duo. "Mit dem Western Asset Global Multi Strategy kaufen Anleger ein Portfolio, das zu rund 60 Prozent aus risikoreichen Sektoren besteht", erklärt Portig. Als Pluspunkt wertet der H.C.M.-Analyst allerdings das erfahrene Management: Die 1971 gegründete Western Asset ist einer der ersten Rentenmanager der Welt und gehört seit 1986 zu Legg Mason.

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