Researchfirma rät Anlegern, Janus-Fonds zu verkaufen
Janus wirft Morningstar Rücksichtslosigkeit vor

Janus Capital Group geht mit den Worten „Rücksichtslosigkeit und Unverantwortlichkeit“ gegen Morningstar vor. Die renommierte Fondsresearchfirma hatte den Investoren in Janus-Fonds geraten, deren Produkte zu verkaufen. Janus ist eine der vier Fondsgesellschaften, die der New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer beschuldigt, an illegalen Handelspraktiken beteiligt zu sein.

Bloomberg BOSTON. „Angesichts der Wellen, die eine solche Aussage schlägt, ist der offensichtliche Mangel an Recherche und Analyse der Fakten, die dieser Empfehlung zugrunde liegen, sehr beängstigend“, schrieb Mark Whiston, Vorstandsvorsitzender von Janus, an den Morningstar-Chef Joe Mansueto. Der Brief wurde auf der Internetseite von Janus veröffentlicht. Janus bietet auch in Deutschland Produkte an.

Spitzer wirft Janus, Bank of America, Bank One und Strong Capital Management vor, dem Hedge- Funds Canary Capital Partners LLC häufigen und kurzfristigen Handel („Market Timing“) ermöglicht zu haben, eine Praxis, die die meisten Fondsgesellschaften untersagt haben. Bank of America habe das Gesetz gebrochen, sagte der Staatsanwalt.

Langfristige Fondsbesitzer verlieren durch Market Timer jährlich rund 4 Mrd. Dollar, warnte Spitzer vergangene Woche und verwies auf eine Studie von Eric Zitzewitz, Professor an der Stanford University. Das so genannte „Late Trading“, also der Handel nach Börsenschluss zu Kursen vor Börsenschluss, koste sie 400 Mill. Dollar pro Jahr.

Dieser „ethische Verstoß“ sei bereits der dritte Schlag gegen die Fondsgesellschaft, die bereits mit schlechter Performance und Personalabgängen von sich reden macht, schrieb Morningstar-Analyst Brian Portnoy in seinem vergangene Woche veröffentlichten Bericht. Seit dem 3. September, als Spitzer seine Vorwürfe veröffentlichte, verloren die Aktien der Börsennotierten Janus elf Prozent an Wert. Don Phillips, geschäftsführender Direktor von Morningstar, steht hinter der Analyse des Fondsbeobachters. „Wir respektieren die Standpunkte von Mark Whiston und Janus, sie sind ein wichtiger Bestandteil der Debatte“, sagte Phillips.

Janus-Sprecherin Shelley Peterson begründete die Veröffentlichung des Schreibens damit, die Aktionäre über die Aktivitäten informieren zu wollen. „Sie sollen wissen, dass wir unsere eigenen Ermittlungen führen und im Interesse unserer Investoren handeln werden.“ Ob Anleger nach dem Morningstar- Bericht Kapital aus Janus-Fonds abgezogen haben, wollte Peterson nicht sagen.

Dieses Jahr haben mit Warren Lammert, Helen Young Hayes und Sandy Rufenacht bereits drei Janus-Anlageprofis die Gesellschaft verlassen. Die Fluktuation ist nach Ansicht von Phillips beunruhigend: „Janus hat in zwölf Monaten mehr Talente verloren als andere Gesellschaften je gewinnen konnten.“

Die von Lammert und Rufenacht verwalteten Fonds, der Janus Mercury Fund und der Janus High Yield Fund, waren laut den Spitzer-Ermittlungen jene, mit denen Canary seine umstrittenen Handelspraktiken durchführte. Janus zeigt sich kooperationsbereit. Die Gesellschaft bot den vom Market Timing betroffenen Fondsbesitzern eine Entschädigung an. Weniger als 0,5 % der 150 Mrd. Dollar an Anlagekapital stecken nach Angaben von Whiston in entsprechenden Portefeuilles.

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