Reserve Primary
Geldmarktfonds bleibt Rückzahlung schuldig

Der in Schwierigkeiten geraten Geldmarktfonds Reserve Primary Fund wird sein Kapital von 20 Milliarden Dollar nicht wie geplant an die Investoren zurückzahlen können. Es sei derzeit kaum möglich zu bestimmen, welchem Anleger wie viele Anteile gehören, teilte der Vermögensverwalter mit Sitz in New York am Dienstag mit.

NEW YORK. Die Berechnung der Anteilswerte sei extrem komplex und könne nicht im geplanten Zeitraum abgeschlossen werden. Ursprünglich hätte der in eine Schieflage geratene Fonds seine Mittel bis heute zurück zahlen sollen.

Reserve Primary war Mitte September der weltweit erste Geldmarktfonds seit 14 Jahren, der seinen Anlegern Verluste bescherte. Die Fondsmanager mussten den Kunden mitteilen, dass jeder Dollar den sie eingesetzt hatten nur noch 97 Cent wert war. Schuld daran waren Investments in Schuldpapiere der inzwischen zusammengebrochenen Investmentbank Lehman Brothers. Nach der Pleite des Wall-Street-Hauses musste der Fonds Engagements im Wert von 785 Millionen Dollar auf Null abschreiben. Anleger verklagten darauf hin Reserve Primary, weil sie dem Mangement vorwarfen, es habe seine Pflich zum Schutz des Kapitals verletzt.

Geldmarktfonds galten traditionell als eine der sichersten Anlagen überhaupt. Deshalb reagierten viele Investoren auf die schlechten Nachrichten von Reserve Primary mit einer Kapitalflucht. Mitte September zogen die Anleger innerhalb einer einzigen Woche 210 Mrd. Dollar aus den Fonds ab. Das amerikansiche Finanzministerium versuchte darauf hin die Lage zu entspannen und richtete einen Rettungsfonds ein, der hatte allerdings lediglich ein Volumen von 50 Mrd. Dollar. Insgesamt sind in Geldmarktfonds weltweit 3,4 Bill. Dollar angelegt. Wenn die Anleger Mittel in großem Umfang abziehen, könnten die Fonds gezwungen sein, Wertpapiere auf den derzeit illiquiden Anleihemarkt zu werfen, um die Investoren auszuzahlen.

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