Riester, Rürup und miese Fondspolicen Die faule Tomate im Rentenkorb

In Zeiten mickriger Zinsen erleben Fondspolicen ein Comeback. Eine Studie zeigt jedoch: Jeder dritte Fonds aus dem Angebot der Versicherer ist ein Flop. Was die Favoriten der Versicherer für die Altersvorsorge taugen.
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Fondsprospekt: Bei der Auswahl der Produkte tun sich viele Versicherer schwer. Quelle: gms

Fondsprospekt: Bei der Auswahl der Produkte tun sich viele Versicherer schwer.

(Foto: gms)

Die Bilanz ist traurig. Minus 8,6 Prozent im Drei- und minus 7,7 Prozent im Fünf-Jahres-Mittel. Der Rohstoff-Aktienfonds BGF World Mining ist zwar einer der Besten seiner Klasse. Doch auch der langjährige Fondsmanager Evy Hambro konnte die starke Abwärtsbewegung bei Rohstoffaktien nicht ausgleichen. Auf Grund solcher Schwankungen gilt dieses Anlagesegment zu Recht als risikoreich.

Würden Sie einen solchen Titel in ein Portfolio nehmen, um für die Altersvorsorge zu sparen? Wohl eher nicht. Trotzdem hält fast jeder zweite Anbieter von fondsgebundenen Renten- und Lebensversicherungen dieses Produkt für ihre Kunden anscheinend für unverzichtbar.

Eine Studie des Analysehauses Feri Euro Rating Services, die Handelsblatt Online exklusiv vorliegt zeigt: Obwohl der BGF World Mining eigentlich nur erfahrene Anleger ihrem Portfolio beimischen sollten, rangiert das Produkt bei Anbietern fondsgebundener Leben- und Rentenpolicen in der Beliebtheitsskala an dritter Stelle. Und das ist nicht der einzige fragwürdige Aspekt bei der Fondsauswahl der Versicherer.

Masse statt Klasse

Die Experten von Feri nahmen zum zweiten Mal Fonds unter die Lupe, in die Versicherungskunden bei Fondspolicen investieren können. Sie untersuchten dabei alle Produkte, die in den Versicherungsbedingungen oder in den Geschäftsberichten dokumentiert wurden und in Deutschland zum Vertrieb zugelassen sind. Feri hatte bereits 2010 das Angebot von 60 Versicherungen getestet. In der aktuellen Studie waren es 71 Anbieter.

Von den 6.000 Fonds, aus denen Bestandskunden der Versicherer auswählen können, weisen immerhin 36,3 Prozent ein Top-Rating bei Feri auf, was eine stabile überdurchschnittliche Performance in ihrer Anlageklasse erwarten lässt. Das Angebot für neue Versicherungskunden umfasst 1.200 Fonds. Hier halten 44 Prozent der Fonds ein Spitzenrating.

Das Problem: 23,4 Prozent der Fonds, die Neukunden bei Vertragsabschluss in ihr Depot wählen können, werden von Feri mit „unterdurchschnittlich“ oder „schwach“ bewertet. Bei Bestandskunden fielen sogar 32,2 Prozent der Fonds auf den Produktlisten durch.

Beliebt und renditeschwach
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13 Kommentare zu "Riester, Rürup und miese Fondspolicen: Die faule Tomate im Rentenkorb"

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  • Genau die geschilderten Umstände sind es die den Ruf der versicherungsförmigen Altersvorsorge gefährden. Das von Feri nicht bewertete Produkt der Vorarlberger Landes-Versicherung VaG, die sogenannte Vermögensverwalterrente versucht zumindest einige der hier geschilderten Problemzonen zu vermeiden. Breit diversifizierte Mischfonds oder speziell auf Wertsicherung, Volatilitätsminimierung und Inflationssicherung abzielende Vermögensverwalterfonds stehen zur Auswahl. Altersvorsorge braucht Sicherheit, Spekulation mit hohen Risiken soll anderweitig stattfinden. Besser ist allerdings immer eine eigenverantwortliche turnusmäßige Kontrolle um Schwächen eines Fonds ggf. zu korrigieren. Das ist bislang in Deutschland wenig verbreitet. Manchem Schüler wäre mit einem Finanz- und Wirtschaftsbasiswissen mehr auf den Lebensweg gegeben wie mit naturwissenschaftlichen Spezialitäten.
    Nikolaus Caesar

  • Luherschule:
    Glauben Sie, Leyen könnte rechnen? Es wird nur getrickst wie bei den Westrenten. Wer schaut diesen Tricksern auf die Finger??? Und dann die bekloppten Miniaufstockungen der Lebensleistungsrente??? Die haben doch alle einen an der Waffel. Sich selbst bedienen am Steuertopf, Pensionen ungekürzt lassen und die gesetzlichen Renten seit Jahren runtermanipulieren. Wo ist da die Gerechtigkeit nach dem Grundgesetz? Und wir blöden Wähler sollen die Altparteien wählen, die alle versagt haben? Niemals. Meine komplette Familie wählt die AfD, in der Hoffnung eines Neuanfangs zum Wohle unseres Landes, für das längst keine bürgergerechte Politik mehr gemacht wird.

  • Betrachtet man die Fondsentwicklung von 2000 bis 2013
    sehe ich keine bessere Rendite im Vergleich zum gesetzlichen Garantiezins.
    Im Gegenteil.

    Der Fondspolicen-Verkauf ist nur der Versuch der Branche,
    Solvency II (Eigenkapitalvorschriftn) zu unterlaufen und den Kunden ins Risiko zu stellen.

    Mit seriöser Beratung hat dies nichts zu tun,
    wenn die Kosten der Fondspolicen hinzugerechnet werden.

    Aber was soll´s.
    Jeder Vermittler kann sich ja schon mal eine Ausrede für seine Kunden einfallen lassen, wenn zum Rentenbeginn ein Crash vorherrscht. Viel Spaß.

  • Stillstand2013:
    Sie haben recht und das Problem gut beschrieben. Wenn Deutschland sich aber freiwillig ausverkauft, sich nicht mehr um die soziale Gerechtigkeit im Inland kümmert, keine ehrliche und bürgernahe Politik mehr betreibt, die Sparrücklagen der kleinen Bürger entwertet, Lebensversicherungen und privat Renten ertraglos machen etc. Warum sollte man die Altparteien noch wählen? Haben sie doch alle den langen Zeitraum des Regierens verpasst, etwas zu ändern. Darum fällt es mir leicht, mit der AfD einen Neuanfang zu wagen. Falsch machen kann man nichts, aber sehr viel richtig.

  • Verstehe ich auch nicht. Den Fonds habe ich zwar nicht in einem Altervorsorgeprodukt mit drin, aber in meinem Depot, in dem sich die Investments von vor 2009 befinden (Kursgewinne noch steuerfrei). Mit der Entwicklung des Fonds bin ich eigentlich zufrieden. Und das in diesem Fonds von mir investierte Vermögen hat immerhin schon einige Peaks der Permakrise mitgenommen.
    Als viel gefährlicher für meine Altersvorsorge sehe ich aktuell eigentlich die Steuerpläne von Rot-Grün an. Sollten die wahr werden, bleibt wirklich nur noch der Schritt ins Ausland.

  • Hat der Schreiberling Bauschutt geraucht? Mein Verständnis von Mathematik sagt, dass wenn 1/3 überdurchschnittlich sind, min. 1/3 unterdurchschnittlich sein muss. Der Vorwurf lautet also, dass die Versicherungen nicht in der Lage sind nur überdurchschnittliche Treffer zu landen, was nachweislich eh nicht geht. Und nur ein Feri Rating als Massstab zu nehmen, zeugt auch nicht von Kompetenz. Setzen sechs!

  • Ich möchte einmal eine klare Aussage der Regierung Merkel, wie heutige Generationen fürs alter vorsorgen sollen.
    Gesetzliche Rentenkasse wird immer mehr gekürzt.
    Private Vorsorge gibt keine Rendite.
    Löhne zu gering um Rücklagen zu bilden, oder Rentenansprüche zu erwerben.
    Entweder brauchen wir so schnell wie möglich einen Regierungswechsel, oder das EU Hick Hack muss beendet werden.
    Wenn in Deutschland nur auf den Wohlstand der EU geschaut wird, dann kann man lange warten und bezahlen, und bei uns geht es auch immer mehr den Bach runter.
    Glaubt den ehrlich einer, die Lokomotive Deutschland kann den Karren noch lange ohne Probleme ziehen.
    Jetzt in angeblich guten Zeiten reichen bei vielen die Löhne nicht mehr zum leben.
    Wo sind denn die angeblich guten Jobs für unsere Studierten jungen Leute. Die meisten finden nur Aushilfs und Billigjobs ohne Aussicht auf Übernahme.
    Kein Wunder dass viele bis über 30 probieren, den Staat zur Unterstützung brauchen, und Lücken in ihrer Biografie haben, verlorene Jahre in den Rentensystemen.
    Diese verlogene Politik muss ein Ende haben. Eine Regierung die es nicht schaft eine Mehrklassengesellschaft zu beenden, sprich alle müssen sich an den Sozialsystemen beteiligen, Renten,Krankenkassen etc. ,und die nur dagegen argumentiert wenn von anderen Parteien Vorschläge kommen, ist doch nicht mehr glaubwürdig. Danke der jetzigen Regierung für nichts.

  • Frau v.d.Leyen sollte einmal erklären, wie man gewinnbringend eine sichere Altersvorsorge bewerkstelligt.
    Merkel, nichtsahnend forderte die Sparkassen auf höhere Zinsen zu zahlen, während die EZB an Senkung denkt!
    Gleich nach der Wende wurden die Neurentner mit großen Absclägen (Rentenformeländerung) bedacht, bei den Pensionen blieb alles beim alten.
    Dass ist bewiesener Rentenbetrug, weil die Beamten sich beitragsfrei direkt am Steueraufkommen unbehelligt weiter bedienen. Wir sind zu einer Beamten-Bananenrepublikregiert worden.
    Der Kurswechsel ist überfällig!

  • In der Privaten RV wird man genau so beschissen wie in der gesetzlichen. Leben, Abwarten und dann ins billige Ausland abhauen.

  • Der private Rentenmurks rechnet sich niemals. Die Versicherer verdienen, der Versicherte bekommt nach 30 bis 40 Jahren Arbeit ein Almosen. Keiner garantiert den späteren Wert. Darum kann man nur empfehlen, endlich die gesetzlichen Renten zu fördern indem alle Bürger ohne Ausnahme bis zur Versicherungsgrenze einzahlen. Wer darüber hinaus sein Geld verschleudern will, sollte selbst entscheiden.

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