Risikostreuung und Altersvorsorge sind Motoren des Wachstums
Fonds besetzen neue Themen

In den kommenden Jahren ist in Deutschland mit vielen neuen Fondsprodukten zu rechnen. Darin sind sich die Experten auf dem größten europäischen Branchentreffen in Monte Carlo einig.

MONTE CARLO. Der Rekord von 1 400 Teilnehmern an der mehrtägigen Veranstaltung, die heute beendet wird, spiegelt den Optimismus der Branche wider. Als treibende Kräfte wirken laut Brancheninsidern das steigende Interesse an Altersvorsorgeprodukten sowie im Umfeld tendenziell sinkender Erträge an den Kapitalmärkten die zunehmende Nachfrage nach Portfolios mit Risikopuffer beziehungsweise angestrebten Mehrerträgen gegenüber einem Index.

Beim Stichwort Altersvorsorge könnten so genannte Lebenszyklus-Produkte eine mögliche Lösung bieten. Diese Meinung vertritt beispielsweise Alain Grisay, Vorstandsvorsitzender von F&C, einem der größeren europäischen Vermögensverwalter. Derartige Produkte mit fester Endfälligkeit – abgestimmt auf das Renteneintrittsalter des Anlegers – starten mit hohem Anteil der langfristig ertragsstarken Aktien und senken die Quote im Zeitablauf zugunsten der wertstabileren Anleihen. „Auf diesem Feld ist gerade in Deutschland viel Aufklärung nötig“, sagt Grisay.

Darüber hinaus erwartet der F&C-Mann ein Comeback der gemischten Fonds und einen zunehmenden Einsatz von Derivaten im Portfoliomanagement, was die Möglichkeit zu Kapitalgarantien beziehungsweise Verlustbegrenzungen eröffne. „Im Rahmen von Altersvorsorgeprodukten mit Laufzeiten von mehreren Jahrzehnten machen solche Absicherungen aus Kostengründen allerdings keinen Sinn“, glaubt Axel Benkner, Sprecher der Geschäftsführung der Investmentgesellschaft DWS. Auf lange Sicht könne man auf die Renditestärke der Aktie vertrauen.

In diese Rubrik der Risiko begrenzenden Fonds gehören auch die so genannten Absolute-Return-Fonds, die eine positive Wertentwicklung und diese unabhängig von Markt- und Indexentwicklungen anstreben. Einen anhaltenden Aufschwung dieser Portfolios erwartet beispielsweise Georg Redlbacher, Mitgründer der Vertriebsgesellschaft von Universal Investment. Die gleiche Meinung vertreten Friedemann Derndinger, Vorstand des Finanzdienstleisters AWD, und Michael Peters, bei Allianz Global Investors verantwortlich für Produkte. Peters rechnet außerdem mit einer wachsenden Verknüpfung von Zertifikaten und Fonds, wie sie sich mit Fonds für Zertifikate und Zertifikate auf Fonds bereits abzeichnet - gerade bei einigen größeren Anbietern.

„Darüber hinaus dürften in Zukunft noch stärker börsengehandelte Indexfonds und Geldmarktportfolios mit angestrebtem Zusatzertrag gefragt sein“, glaubt Diana Mackay, Chefin des Londoner Fondsdatenanbieters Feri Fund Market Information, die diesen Trend bereits in anderen europäischen Ländern erkennt. Auch hier spielen Risikobegrenzung und Mehrrenditen gegenüber dem Geldmarktsatz eine wichtige Rolle. Ebenfalls aus Risikostreuungsüberlegungen heraus rechnet Universal-Mann Redlbacher mit weiteren Rohstofffonds und – nach der Zulassung – mit börsennotierten Immobiliengesellschaften (Reits).

Manche institutionelle Anleger scheinen aktuelle Entwicklungen allerdings mit Zeitverzögerung in eigenen Dispositionen umsetzen zu wollen. Diesen Eindruck gewinnt Armin Rajan, Leiter der Londoner Researchgesellschaft Create, aus einer laufenden Umfrage unter bislang 76 internationalen Pensionsfonds mit einem Vermögen von rund 1 000 Mrd. Euro. „Diese Investorengruppe ist recht konservativ und will erst einen Leistungsnachweis abwarten, bevor sie in neue Anlageformen oder -konzepte einsteigt“, sagt Rajan.

Strategischer Dreiklang

Abgestimmt: Lebenszyklusmodelle oder „Life-Cycle-Funds“ sind auf den einzelnen Anleger abgestimmte Portfolios für Altersvorsorgezwecke. Sie starten mit hohen Quoten an langfristig ertragsstarken Aktien und bauen diesen Anteil im Zeitablauf Schritt für Schritt ab.

Ausgerichtet: Im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge sollen „Liability Driven Investments“ eine bessere Ausrichtung der regelmäßigen Einzahlungen an die tatsächlich und in der Zukunft erwarteten Auszahlungen ermöglichen.

Abgehoben: Engagiert bewirbt die Anlagebranche ihre „Portable-Alpha“-Ansätze. Bei diesem Ansatz sollen passive Indexanlagen in einem bestimmten Markt verbunden werden mit isolierten Überrenditen von Managern aus einem anderen Markt. Das Ganze funktioniert mit Hilfe komplexer Terminmarktinstrumente.

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