Rohölpreise
Zertifikate erleichtern Zugang zum Öl-Terminmarkt

Auf steigende Rohölpreise konnten Privatanleger lange Zeit nur unter großem Aufwand setzen. Wegen der hohen Kosten bei Lagerung und Transport ist eine Direktinvestition in Öl oder Gas (am Spotmarkt) kaum möglich. Institutionelle Investoren handeln daher fast ausschließlich standardisierte Terminkontrakte (Futures) an Rohstoffbörsen wie der International Petroleum Exchange (IPE) in London.

HB DÜSSELDORF. Zwar können Anleger solche Futures, etwa auf Öl der Nordseesorte Brent, im Prinzip auch handeln, dies ist aber mit erheblichen Risiken verbunden. Einfacher und besser auf die Bedürfnisse der Privatanleger zugeschnitten sind Zertifikate auf der Basis des Rohölpreises. Solche Papiere bieten inzwischen viele Banken an. Der Kurs der Zertifikate, die auch an der Börse gehandelt werden, hängt entweder von dem in Europa maßgeblichen Brentölpreis oder von dem Preis der US-Richtmarke West Texas Intermediate (WTI) ab.

Weil Emittenten die Papiere mit Futures absichern, schwankt der Wert der Zertifikate oft mit dem Kurs des jeweils aktuellen Terminkontrakts. So bezieht sich beispielsweise das Endlos-Zertifkat von ABN Amro auf den jeweils meistgehandelten Future-Kontrakt an der Londoner Ölbörse IPE. Zurzeit ist dies der Brent-Future mit Fälligkeit im Februar 2006. Weil die Investoren mit dem Future allerdings den künftigen Ölpreis handeln, kann der Kurs eines solchen Zertifikats mitunter deutlich von dem Spot-Preis für Brentöl oder WTI-Öl abweichen.

Besonders heikel ist für die Anleger der Übergang zwischen zwei Future-Kontrakten, wenn also der bisher meistgehandelte Kontrakt fällig wird. Dieses "Rollen" kann mit großen Verlusten verbunden sein, sollte der neue Future teurer sein als der bisher gehaltene. In solch einer Situation können die so genannten Rollkosten zu deutlichen Performance-Einbußen für die Anleger führen. Je öfter der Kontrakt teuer "gerollt" wird, desto mehr entfernt sich der Kurs des Zertifikats vom Basiswert.

Andererseits erlaubt die Absicherung der Papiere am Futuremarkt den Emittenten auch, für Anleger attraktive Konstruktionen mit Absicherungen oder Bonuszahlungen anzubieten. Eine dieser Konstruktionen ist das "Schmetterlings"-Zertifikat, das sowohl JP Morgan als auch von der Société Générale vertrieben wird. Bei den Papieren profitieren die Anleger von steigenden, aber auch von fallenden Ölpreisen. Die Variante der französischen Bank verdoppelt Kursgewinne oberhalb des Einstiegskurses von 58,10 Dollar, unterhalb dieses Werts bleibt das angelegte Geld erhalten. Zusätzlich schlägt die Bank den Betrag des Kursverlusts positiv auf den Preis des Zertifikats.

Die bei Anlegern beliebten Bonus- und Expresskonstruktionen werden ebenfalls auf Basis des Rohölpreises angeboten. Bei Bonuspapieren erhält der Anleger eine im Voraus festgelegte Auszahlung, sofern der Ölpreis niemals unter einen bestimmten Wert sinkt. Steigt er über das Bonusniveau hinaus, dann partizipiert das Zertifkat voll von dem Brentpreis. Bei Expresskonstruktionen entscheidet dagegen der Stand der Brentölnotierung an bestimmten Bewertungstagen über die Verzinsung des eingesetzten Geldes.

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