Rohstoff-Fonds-Manager haben sich verkalkuliert
Hurrikan „Gustav“ wirbelt Hedge-Fonds durcheinander

Für die einen Erlösung, für die anderen eine Hiobsbotschaft: Weil sich der Hurrikan im entscheidenden Moment abschwächte, atmeten viele Menschen auf - nur nicht die Hedgefonds-Manager, die auf steigende Ölpreise gesetzt hatten.

HB LONDON. Als sich der gefürchtete Wirbelsturm "Gustav" im entscheidenden Moment deutlich abschwächte, war das für die Menschen an der Südküste der USA eine Erlösung, für viele Hedge-Fonds dagegen eine Hiobsbotschaft. Viele spekulative Rohstoff-Fonds hatten auf einen rapiden Anstieg der Ölpreise gesetzt, weil derWirbelsturm die Ölförderanlagen im Golf von Mexiko gefährdete. Dank "Gustavs" Schwächeanfall ging diese Wette allerdings schief.

"Eine ganze Reihe von Fonds haben sich mit dem Hurrikan verkalkuliert, die Verluste werden wir in der nächsten Monatsabrechnung sehen", meint ein Londoner Vermögensverwalter, der ein Portfolio von Hedge-Fonds betreut. Nach Einschätzung des Experten waren die heftigen Schwankungen des Ölpreises in den vergangenen Tagen auch ein wichtiger Grund, für das Desaster des einst weltweit größten Anbieters von Rohstoff-Hedge-Fonds, Ospraie. Mitte dieser Woche musste der New Yorker Vermögensverwalter seinen wichtigsten Fonds schließen, der hatte allein im August 27 Prozent an Wert verloren.

An den Ölmärkten wird in diesen Tagen kaum etwas mit mehr Spannung verfolgt als die Wetterberichte zur Hurrikansaison aus den Ölfördergebieten vor der Südküste der USA. Zuletzt hatte "Gustav" die Preise an den Ölmärkten durcheinander gewirbelt. Im Vorfeld löste die Furcht der Anleger vor verheerenden Schäden an den Ölförderanlagen einen Preissprung aus. Als der Hurrikan aber an Kraft verlor, setzte umgehend eine rasante Talfahrt bei den Ölpreisen ein. In der ersten Wochenhälfte fiel der Preis für ein Barrel US-Öl zeitweise um mehr als zwölf Dollar.

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