Rohstoffaktien
Verschüttete Schätze

Der Rohstoff-Branche droht ein Ende des jahrelangen Super-Booms. Die Gewinne brechen ein, die Aktienkurse fallen zurück. Doch vereinzelt finden Anleger noch Grundgüter-Konzerne mit vielversprechenden Ertragsaussichten.
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DüsseldorfDie Welt braucht dringend Rohstoffe wie Kupfer, Eisenerz sowie Energieträger wie Öl und Gas. Fondsmanager, Analysten und Anlage-Experten prophezeiten Aktien der Grundgüter-Branche daher eine glänzende Zukunft. Doch in den vergangenen Monaten haben sich viele Hoffnungen zerschlagen. Viele Bergbau-Aktien hinken der Entwicklung des Gesamtmarktes hinterher. Die Idee eines „Superzyklus der Rohstoffe“ scheint sich als Mär zu entpuppen. Doch wie schlecht ist die Lage wirklich? Und bieten sich vielleicht sogar günstige Einstiegschancen für Anleger?

Tatsächlich verschreckte die erfolgsverwöhnte Bergbaubranche Anleger zuletzt mit Hiobsbotschaften. Gruben-Riesen wie BHP Billiton, Rio Tinto und Anglo American oder die brasilianische Vale erlitten im abgelaufenen Geschäftsjahr zum Teil dramatische Gewinneinbrüche oder türmten sogar Verluste auf.

Jüngst meldete etwa der Minenkonzern Xstrata, dass der Reingewinn um 79 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar eingebrochen war. Der Schweizer Konzern will sich mit dem Rohstoffhändler Glencore zusammenschließen. Hier sank der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um 75 Prozent auf eine Milliarde Dollar. Die Bergbauriesen ächzen unter steigenden Kosten, der weltweiten Konjunkturflaute und demzufolge schwachen Grundgüter-Preisen.

„Ein kräftiger Gegenwind schlägt den Minenkonzernen entgegen“, sagt Christian Gritzka von der Vermögensverwaltung Knapp Voith. „Die gesamte Branche rudert derzeit bei den Investitionen zurück. Viele Unternehmen, auch sehr große, stoppen Ausbaupläne oder stampfen sie ein.“

So verschiebt etwa der Branchenprimus BHP Billiton den milliardenschweren Ausbau der Kupfer- und Uranabbaustätte Olympic Dam in Südaustralien. Die Konzerne setzen auch an der Spitze an: Sowohl BHP Billiton, Rio Tinto als auch Anglo American tauschten in den vergangenen Wochen die Vorstandschefs aus.

Vor allem die schwächere Wirtschaftsentwicklung in China dämpft die Nachfrage nach Basismetallen wie Kupfer und Eisenerz – und drückt die Preise. Zudem sind viele, ertragreiche Minen zunehmend erschöpft. Die Konzerne müssen neue Vorkommen erschließen, die jedoch nicht mehr so ertragreich sind. Damit steigen die Kosten für Exploration und Erschließung.

Kommentare zu " Rohstoffaktien: Verschüttete Schätze"

Alle Kommentare
  • Herr Andres,
    was Sie hier am Schluss schreiben ist eine Anlageempfehlung! Das ändert sich nicht dadurch, dass Sie im Nachsatz etwas anderes behaupten.
    Im übrigen haben die geannten Werte (insbesondere die letzten beiden) eine so geringe Marktkapitalisierung, dass man es sich lediglich um einen reinen "Zockerwert" handeln kann, wo vielleicht das Kapital ausgeht, bevor jemals überhaupt Edelmetall gefördert bzw. gewinnbringend verkauft wird. Sie vergleichen hier Melonen mit Erbsen. Im übrigen frage ich mich, wie Sie bei Ihren genannten Titel eine eigene Analyse vornehmen wollen, die Sie ja empfehlen. Fliegen Sie vor Ort und schauen Sie sich die Minenunternehmen an wie Fondsmanager bzw. deren Teams? Machen Sie Bodenproben prüfen Sie die logistischen Möglichkeiten vor Ort oder lesen Sie eine Werbeemail zu dem Wert, der Ihnen das blaue vom Himmel verspricht?
    Sind Sie gar der Verfasser solcher E-Mails?

  • Ein interessantes und wichtiges Thema angeschnitten, aber dann auf Werbung zu Fonds umgeschwenkt. Naja!

    Es ist doch wohl klar, dass in volatilen und schwer vorhersehbaren Märkten und weltweit finanzwirtschaftlich schwierigen Zeiten, eine gewisse Marktbereinigung und -konsolidierung einsetzt. Noch zu entwickelnde Projekte, die auf Annahmen, Daten und Vorgaben beruhten, die jetzt nicht mehr Bestand haben oder deren Eintrittswahrscheinlichkeit einem erhöhten Risiko unterliegt, werden vorsichtiger Weise aufgeschoben oder gecancelt.

    Eine Rio Tinto, die das erste Mal in der Unternehmensgeschichte überhaupt einen Verlust (im jahr 2012) hinnehmen musste, wird sich voll und ganz auf den Kernbereich konzentrieren (die australische Eisenerzregion Pilbara) und bei anderen Assets den Verkauf dieser planen, um die eigenen Schulden senken zu können und/oder Cash für den Ausbau des Kernbereiches zu bekommen.

    Bei ArcelorMittal ist dies ähnlich. Letztens veröffentlicht, verkauft diese 15% der kanadischen Assets an asiatische Investoren, um ebenfalls Cash zur Schuldenreduzierung zu bekommen und zudem einen wichtigen Partner für den weiteren Ausbau des kanadischen Eisenerzgeschäfts zu gewinnen.

    In Fonds investieren würde ich aber nicht, da die entwicklung der im fond enthaltenen werte gemittelt wird und man nie überproportional von der entwicklung eines oder einer handvoll guten werten profitieren kann. Es gibt soviele börsennotierte Einzelwerte, deren fundamentalen Daten gut bis überragend sind und eine erfolgreiche Entwicklung versprechen, wenn die unternehmerischen Hürden in der weiteren Entwicklung erfolgreich gemeistert werden können. eine eigene Analyse ist hier unerlässlich.

    Aussichtsreiche Eisenerz-Werte sind z.B.:

    - New Millennium Iron
    - Champion Iron Mines
    - NSL Consolidated

    dies ist keine anlageempfehlung. jeder handelt eigenverantwortlich auf eigenes risiko.

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